Buchempfehlung: Katzen würden Mäuse kaufen

4. April 2009 | Veröffentlich von Lena Landwerth | Kategorie: Buchbesprechung - Ernährung

grimm_katzenZufrieden schnurrt ein hübscher Kater mit glänzendem Fell, nachdem er sein Fressen bekommen hat – wen erfüllt diese Szene nicht mit innerer Wärme? Glaubt man der Werbung, so ist für unsere Haustiere das Beste gerade gut genug. Doch hiermit ist jetzt Schluss: Der Journalist Hans-Ulrich Grimm ist bekannt für seine ernährungskritischen Bücher. Nun hat er auch in der Tierfutterindustrie zugeschlagen.

Kapitel um Kapitel räumt Grimm mit dem Saubermann-Image der Tierfutterindustrie auf und lehrt Frauchen und Herrchen das Fürchten. Abfälle im Tierfutter? Gammelfleisch an Schimmelpilz in leckerer Erdgas-Sauce mit Bakterien verfeinert statt Huhn in Aspik mit Petersilie und Käsesauce? Kein Wunder, das auch Haustiere mittlerweile an den typischen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Fettsucht leiden.

Gut und tiefgreifend recherchiert berichtet der Journalist über Skandale der Tierfutterindustrie, Hormonkeulen, die auch den Menschen treffen und das große Geschäft mit dem Abfall. Wer das bisher noch nicht geglaubt hat, wird nach der Lektüre von Grimms Buch die Futtermitteletiketten mit anderen Augen sehen.

Dennoch ist Hopfen und Malz noch nicht verloren: Wer nicht gleich Frischfleisch und Selbstgekochtes füttern will, hat auch mit Fertigfutter eine Chance, seinen vierbeinigen Gefährten gesund zu ernähren. Oft reicht ein Blick auf das Futtermitteletikett, um Abfall von vollwertiger Nahrung zu unterscheiden. Wer wissen will, dass die schönen Begriffe auf der Futterdose wirklich bedeuten, kommt um Grimms Buch nicht herum. Aber Vorsicht: Ekelfaktor garantiert…

Buchinformation:

Hans-Ulrich Grimm
Katzen würden Mäuse kaufen
Verlag: Deuticke im Zsolnay Verlag
Broschiert, 206 Seiten
ISBN: 978-3552060494

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Im März 2009 erschien “Katzen würden Mäuse kaufen” als Neuauflage im Heyne-Verlag.

katzenwurdenmausekaufenHans-Ulrich Grimm
Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter
Broschiert, 253 Seiten
Heyne-Verlag (2. März 2009)
ISBN: 978-3453600973
Preis: 7,95 EUR

Neues Cover, gleicher Inhalt: Mit dem schwarz-roten Titelblatt kommt „Katzen würden Mäuse kaufen“ nun noch kämpferischer daher. Dennoch: Nur das Äußere hat sich verändert, nicht der Inhalt. Das ist absolut nicht negativ zu bewerten, denn Hans-Ulrich Grimm, bekannt für seine ernährungskritischen Enthüllungsberichte, rüttelte Tausende von Tierfreunden mit seinem Buch auf.

Übrigens: Auf dem Rückcover finden Aufmerksame ein Zitat aus dem Pfotenhieb-August-Heft 2007…

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4 Kommentare vorhanden

  1. [...] zu empfehlen ist nicht nur die Buchempfehlung von “Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter”, sondern vor allem das Buch [...]

  2. Spätestens ab diesem Buch wissen die LeserInnen, dass vieles an “augenscheinlicher Qualität” mit der Fernseh-Zeitungs- oder Radiowerberung aus dem Fenster geschmissen werden. Hochwertige Dosen usw. sind relativ unbekannt, da sie so gut wie keine teuere Werbung machen (können/wollen).
    Tipp: In meiner Stadt habe ich mich bei der Stadtbibliothek für die Ausleihung dieses Buches eingesetzt!

  3. Ich habe das Buch gelesen, und war richtig schockiert.
    Zum Glück bekommt meine Mietze keine Abfälle, sondern sie wird mit Frischfleisch und Fisch gefüttert.
    Was anderes möchte sie auch gar nicht.
    Ich habe meine Bekannten und Freunde das Buch empfohlen und gesagt, wenn ihr das Buch einmal gelesen habt, dann werdet ihr anders drüber nach denken, wie ihr euer Tier füttert.

    Ich hoffe, dass sich viele das Buch kaufen werden, und entlich mal aufwachen…

  4. Ich habe das Buch auch gelesen und bin so froh, dass meine Miezi Vet Concept bekommt. ich finde es erschreckend, dass die Fernsehwerbungen eine glückliche und vorallem gesunde Katze zeigen, während diese Klärschlamm, Tiermehl, Klinikabfälle und Ähnliches mit Geruchs- und Geschmackmitteln frisst.
    Ich habe das vielen Katzenhaltern erzählt, treffe jedoch meist auf taube Ohren, weil das Futter natürlich günstig und an jeder Ecke zu kaufen ist. Was da genau drin ist interessiert natürlich keinen. Ich wundere mich darüber, dass sich so viele Menschen keine Gedanken darüber machen, was die restlichen 96% im Tierfutter sind, wenn es heißt: mindestens 4% Pute. Und warum man sich nicht fragt was tierische Nebenerzeugnisse sind.
    Aber was will man für 29Cent pro 400g Dose schon erwarten?

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