Sanftes Heilen mit Bachblüten
28. Dezember 2009 | Veröffentlich von Lena Landwerth | Kategorie: Gesundheit

Bachblüten gibt es in Tropfenform und als Globuli. Foto: pixelio.de, cameraobscura
Das Heilen mit Bachblüten kommt immer mehr in Mode. Ihre Wirkung wird als sanft und ohne Nebenwirkungen beschrieben – ideal für den ganzheitlich orientierten Katzenhalter. Doch was sind diese „Bach-Blüten“ überhaupt? Ist ihre Wirkung wissenschaftlich haltbar? Falls ja, in welchen Fällen helfen sie überhaupt?
von Yvonne Heiler
In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte der britische Arzt und homöopathisch praktizierende Bakteriologe Dr. Edward Bach (1886-1936) die nach ihm benannten Bach-Blüten. Er war davon überzeugt, dass jede Krankheit ihre Ursache im seelischen, psychischen und spirituellen Teil des Körpers hat und suchte nach einem Mittel, welches ohne schädlichen Einfluss auf den Körper den Gemütszustand positiv beeinflussen kann.
Nach mehrjähriger Forschung entstand sein System, nach dem er sieben Gruppen von Gemütszuständen unterschied, die sich in 38 Persönlichkeitstypen unterteilten. Die negativen Seiten dieser Persönlichkeiten spiegeln sich in bestimmten Blüten wider, bei Einnahme der entsprechenden Blütenessenz versprach sich Dr. Bach eine Verbesserung des seelischen Zustands seiner Patienten.
Mit dieser damals völlig neuartigen Therapieform konnte Dr. Bach erstaunliche Erfolge erzielen.

Die Blüten der Rosskastanie werden für die Bachblüten-Essenz "White Chestnut" verwendet. Foto: pixelio.de, Birgit
Was sind die eigentlichen Bach-Blüten?
Bach-Blüten sind wässrige Auszüge von 37 bestimmten Blüten, die mit Branntwein konserviert werden. Die erste Essenz, Rock Water (Quellwasser), wird aus einem bestimmten Quellwasser hergestellt. Alle weiteren Bach-Blüten werden heute noch an den von Dr. Bach festgelegten Plätzen gesammelt und nach bestimmten „Potentzierungsmethoden“ verarbeitet: Nach der so genannten „Sonnen-Methode“ werden Pflanzen für einige Stunden in einer in Wasser gefüllten Schale in die Sonne gestellt, bei der „Koch-Methode“ in Wasser erhitzt. Die erhaltene Urtinktur wird wiederum mit 1:240 verdünnt, um die eigentlichen Blütenessenzen zu erhalten, die dann in sogenannte „Stockbottles“ á zehn Milliliter abgefüllt und verkauft werden. Aus diesen fertigen Aufbereitungen können dann die individuell auf den Gemütszustand des Patienten abgestimmten Mischungen erstellt werden.
Warum wirken Bach-Blüten?
Seriöse wissenschaftliche Studien darüber, warum und wie genau die Bach-Blüten wirken, gibt es leider nicht. Oft werden Bach-Blüten und homöopathische Arzneimittel als Placebo abgetan und die eigentliche Wirkung wird dem sogenannten „Care-Effekt“, der Heilung durch mehr Zuwendung, zugeschrieben. Dies erklärt jedoch nicht, wieso Bach-Blüten, ebenso wie homöopathische Arzneimittel, auch bei freilebenden Tieren ohne vermehrten Kontakt zu einer Pflegeperson wirken.
Bach-Blüten wirken auf einer feinstofflichen Schwingungsbasis. Was heißt das denn nun genau?
Alle von Dr. Bach ausgewählten Pflanzen entsprechen in ihrer Schwingung einem jeweiligen von Dr. Bach benannten Gemütszustand. Bei einem gestörten psychischen (seelischen) Zustand vermögen die entsprechenden Pflanzen, die die ähnliche Schwingung in sich tragen, die Störung zu beheben und das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen. Aspen, Zitterpappel, zum Beispiel soll bei übermäßig ängstlichen Tieren Gelassenheit hervorrufen.

Bachblüten eignen sich als begleitende Therapie auch bei Tieren. Foto: pixelio.de, Sergej23
Bach-Blüten und Tiere
Verzeichnen Bach-Blüten in der Therapie beim Menschen schon große Erfolge, erstaunt es jedoch, dass man bei der Behandlung von Tieren eine noch raschere Wirkung beobachten konnte.
Erst einmal: Bach-Blüten sollten als begleitende Therapie eingesetzt werden, Wunder darf man allerdings nicht erwarten! Eine zielgerichtete Therapie und Diagnostik durch den Tierarzt können auch noch so sorgfältig zusammengestellte Bachblüten nicht ersetzen. Bei Verhaltensauffälligkeiten und zur Unterstützung bei jeglichen physischen Krankheiten können die Blüten aber große Erfolge verzeichnen. Wichtig ist, dass man die zum Tier passende Bach-Blüte auswählt. Erleichternd hierfür hat jede Bach-Blüte ihr Leitthema, das im Idealfall das jeweilige Grundverhalten des Tieres widerspiegelt.
In den vergangenen Jahren wurden neben den klassischen Bachblüten auch neue Essenzen anderer Pflanzen, Pilze und gar Mineralien entwickelt. Hier eine kurze Vorstellung der klassischen Bachblüten:
Die klassischen Bach-Blüten und ihre Leitthemen
Nr. 1 Agrimony (Odermenning)
Tiere sind aufgedreht, nervös-freundlich, Lecksucht, Fellbeissen, leichter Schlaf
Nr. 2 Aspen (Zitterpappel)
Übertrieben ängstliche Tiere, zucken oft zusammen
Nr. 3 Beech (Rotbuche)
Aggressiv gegen Mensch und Tier, intolerant, unsauber, mangelnde Stubenreinheit aus Protest
Nr. 4 Centaury (Tausendgüldenkraut)
Unterwürfige, rangniedere Tiere, die sich tyrannisieren lassen, keine Gegenwehr
Nr. 5 Cerato (Bleiwurz)
Unsichere Tiere, verkriechen sich aus Angst, suchen ständig Schutz
Nr. 6 Cherry Plum (Kirschpflaume)
Gestresste und fahrige Tiere, werden schnell aggressiv und panisch
Nr. 7 Chestnut Bud (Roßkastanienknospe)
Nervöse, unaufmerksame Tiere, lernen sehr langsam
Nr. 8 Chicory (Wegwarte)
Aufdringliche Tiere, lästig zudringlich
Nr. 9 Clematis (Weiße Waldrebe)
In sich gekehrt wirkende Tiere, teilnahmslos, typische Einzelgänger
Nr. 10 Crab Apple (Holzapfel)
Tiere mit zwanghaftem Verhalten, Lecksucht, Kauzwang
Nr. 11 Elm (Ulme)
Tiere, die schnell überfordert sind, nervöse, unruhige Tiere
Nr. 12 Gentian (Herbstenzian)
Sehr misstrauische Tiere, die schnell zu verunsichern sind, übervorsichtig
Nr. 13 Gorse (Stechginster)
Depressiv wirkende Tiere, neigen zur Selbstaufgabe, apathisch, lustlos
Nr. 14 Heather (Heidekraut)
Lebhafte, aufdringliche Tiere, die aus Unsicherheit zudringlich und fast lästig sind
Nr. 15 Holly (Stechpalme)
Unberechenbare, aggressive Tiere, die ohne Vorwarnung angreifen
Nr. 16 Honeysuckle (Geißblatt)
Tiere, die nicht anpassungsfähig sind und die mit Veränderungen kaum fertig werden
Nr. 17 Hornbeam (Hainbuche)
Müde, lustlos wirkende Tiere, antriebslos, gehen weg, wenn man ihnen Zuwendung gibt
Nr. 18 Impatiens (Springkraut)
Nervöse, reizbare Tiere, unausgeglichen, hitziges, heftiges Temperament
Nr. 19 Larch (Lärche)
Unterwürfige Tiere, schnell eingeschüchtert, trauen sich nichts zu
Nr. 20 Mimulus (Gauklerblume)
Tiere haben vor speziellen Dingen oder Situationen Angst, sind dann kaum ansprechbar
Nr. 21 Mustard (Ackersenf)
Tiere sind gereizt, unausgeglichen und zeigen oft großes Desinteresse, beissen oder lecken sich wund
Nr. 22 Oak (Eiche)
Tiere, die sich total verausgaben, ihre Grenzen nicht kennen und dann fast zu Tode erschöpft sind
Nr. 23 Olive (Olive)
Tiere wirken krank und matt, apathisch, erschöpft und verausgabt
Nr. 24 Pine (Kiefer)
Tiere schleichen geduckt umher, machen ständig den Eindruck, etwas ausgefressen zu haben, unterwürfig
Nr. 25 Red Chestnut (Rote Kastanie)
Unruhige, ängstliche Tiere mit übergroßem Mutterinstinkt, müssen ständig etwas oder jemanden beschützen
Nr. 26 Rock Rose (Gelbes Sonnenröschen)
Tiere verfallen rapide in Angst und Panik, lassen sich nicht beruhigen
Nr. 27 Rock Water (Quellwasser)
Tiere ohne Spieltrieb, zu ernst, neigen zu Stereotypen
Nr. 28 Scleranthus (Einjähriger Knäuel)
Tiere mit vielschichtigem Charakter, unausgeglichen, sprunghaftes Wesen
Nr. 29 Star of Bethlehem (Milchstern)
Tiere verarbeiten seelisches Trauma nicht, wirken wie geschockt, gut für Tierheimtiere
Nr. 30 Sweet Chestnut (Edelkastanie)
Tiere geben sich auf, haben keinen Lebenswillen mehr, völlige Erschöpfung
Nr. 31 Vervain (Eisenkraut)
Überaktive Tiere, kommen nie zur Ruhe, sind dabei stur und unnachgiebig
Nr. 32 Vine (Weinrebe)
Extrem dominante Tiere, die sich nicht unterwerfen und aggressiv werden
Nr. 33 Walnut (Walnuss)
Unsichere Tiere, die mit Veränderungen nicht gut klarkommen, Angst vor Neuem
Nr. 34 Water Violet (Sumpfwasserfeder)
Stolze, einzelgängerische Tiere, die Kontakt vermeiden, zur Not ihre Ruhe aggressiv verteidigen
Nr. 35 White Chestnut (Roßkastanie)
nervöse Tiere mit starkem Bewegungsdrang, müssen ständig etwas zu tun haben
Nr. 36 Wild Oat (Wilder Hafer)
Junge, launische Tiere, die unterfordert erscheinen
Nr. 37 Wild Rose (Zaunrose)
Tiere, die alles apathisch über sich ergehen lassen, haben keinen Lebensmut
Nr. 38 Willow (Gelbe Weide)
Mürrische und reizbare Tiere, die ständig ihre Ruhe wollen
Nr. 39 Rescue (Notfalltropfen)
Zudem wird häufig eine Mischung aus Nr.6, Nr.9, Nr.18, Nr.26 und Nr.29, bei besonders schlimmen Umständen jeglicher Art verwendet.
Die neuartige Verarbeitung zu Globuli, den aus der Homöopathie bekannten Zucker-Kügelchen, ermöglicht es, auch kleinen Tierarten oder alkoholempfindlichen Tieren Bach-Blüten zu verabreichen. Gerade bei der Behandlung von Katzen ist dies zu begrüßen.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Bach-Blüten haben keinerlei Wechselwirkungen, sie können also ohne Probleme begleitend zu anderen Therapien eingesetzt werden.
Nebenwirkungen sind im eigentlichen Sinne ebenfalls keine bekannt, es kann jedoch im Verlauf der ersten Tage bei der Anwendung von Bach-Blüten zu einer Erstverschlimmerung, einem so genannten „Negativ-Start“ kommen. Dies ist jedoch kein Grund, um mit der Therapie aufzuhören, diese Erstverschlimmerung sollte aber in wenigen Tagen verschwinden.
Wie werden Bach-Blüten dosiert?
Über die Dosierung und das Mischverhältnis von Bach-Blüten gibt es verschiedene Standpunkte.
Unumstritten ist die Methode, Bachblüten in akuten Situationen einzeln zu verwenden. Für eine dauerhafte Behandlung empfiehlt sich jedoch eine individuell abgestimmte Mischung. Das Prinzip, das sich am besten bewährt hat, ist eine Mischung von bis zu sieben, in besonderen Fällen auch bis zu zwölf Blüten. Die einzelnen Bach-Blüten für die Mischungen werden nach den vorhandenen Problemen und seelischen Störungen ausgewählt. Für die Mischung wird dann zunächst ein Tropffläschchen zu zwei Drittel mit Wasser und einem Teil Branntwein oder Obstessig gefüllt, dann kommen von jeder ausgesuchten Bach-Blüte vier Tropfen aus der Stockbottle in die vorbereitete Flasche. In der Regel sollte man diese Zubereitung aber einem fachkundigen Tierheilpraktiker überlassen!
Es hat sich bewährt, vier mal täglich jeweils vier Tropfen von der Mischung zu verabreichen. Bei Tieren, die wenig Wasser aufnehmen, kann man die Tropfen über das Futter geben, ansonsten ist es gut, die Tropfen einfach ins Trinkwasser zu geben.
Wo erhalte ich Bach-Blüten?
Sie möchten Ihr Tier mit Bach-Blüten therapieren, haben sich ausreichend informiert oder besser noch einen Heilpraktiker zu Rate gezogen? Jetzt wissen Sie nur noch nicht, wo Sie die Blüten her bekommen? In der Regel kann Ihnen Ihr Tierheilpraktiker die beste Bezugsmöglichkeit nennen, auch viele Apotheken haben die klassischen Bach-Blüten vorrätig oder können Sie ansonsten bestellen. Online-Apotheken oder Online-Shops haben oft eine sehr große und günstige Auswahl.
Zum Schluss eine Bitte: Bitte therapieren Sie nicht „auf gut Glück“, sondern ziehen einen erfahrenen Tierheilpraktiker zu Rate.
Zur Autorin:
Yvonne Heiler wuchs auf den Land auf und versuchte sich schon in zarten Alter von sechs Jahren als Katzenmutter für zugelaufene und herrenlose Katzen. Die Tierfreundin entschloss sich zu einer Ausbildung als Tierheilpraktikerin und hat seit ihrem Abschluss im Jahre 1999 intensiv mit homöopathisch praktizierenden Tierärzten zusammengearbeitet.
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[...] Dezember 28, 2009 von Lena …und bringen gleich etwas Lesestoff für alle, die zwischen den Feiertagen Urlaub haben, mit: Sanftes Heilen mit Bachblüten. [...]