Die homöopathische Notfallapotheke für Katzen

27. Juni 2010 | Veröffentlich von Lena Landwerth | Kategorie: Allgemein

Foto: pixelio.de, Mike Frajese

Foto: pixelio.de, Mike Frajese

Meist passiert es am Wochenende, am Abend oder in der Nacht – die Katze wird krank! Damit man in der Zeit bis zum Tierarztbesuch kann, empfiehlt sich die Anschaffung einer homöopathischen Notfallapotheke. Tierheilpraktikerin Babette Billerbeck stellt in ihrer Serie alle Bestandteile und ihre homöopathischen Arzneimittelbilder vor. Heute: A wie Arnika bis H wie Hypericum.

von Babette Billerbeck

Bitte suchen Sie bei Notfällen und Verletzungen immer einen Arzt auf - auch dann, wenn Sie über umfangreiche Kenntisse sowie eine eigene homöopathische Notfallapotheke verfügen! Diese ist nur für die Zeit bis zum Eintreffen des Arztes gedacht. Die Grundlagen zur Anwendung der tierhomöopathischen Notfallapotheke erfahren Sie auch in Teil 1 unserer Serie: Die homöopathische Notfallapotheke.

Arnica (Arnika)

-    bei Prellungen, Zerrungen, dumpfen Verletzungen (Schlag, Stoß, Sturz)
-    frische Wunden mit hellroter Blutung
-    Hämatome (Blutergüsse)
-    Schock durch Verletzung, Unfall mit Kollaps
-    Unruhe
-    Starker Wundschmerz mit großer Berührungsempfindlichkeit
-    Mattigkeit, Müdigkeit
-    Nächtliches Aufschrecken durch Albträume

Nach einem Unfall oder Schock fühlt sich eine Katze zerschlagen und matt. In der Nacht durchlebt sie genau diese Situation noch einmal, hat plötzlich Todesangst und schreckt aus dem Schlaf hoch - ein typischer Anwendungsfall von Arnika.

-    Überempfindlichkeit
-    Kopf heiß mit kaltem Körper
-    Besserung: im Liegen, Ruhe
-    Verschlimmerung: nachts, Berührung, Bewegung

Bellis Perennis (Gänseblümchen)

-    „Arnika des Bauchraumes“, Trauma der Beckenorgane wie Prellungen, Quetschungen, Schlag, Stoß, Blutungen nach Verletzungen
-    Verletzungen der tieferen Gewebe (z.B. nach größeren chirurgischen Eingriffen)
-    Schlaflosigkeit
-    Besserung: fortgesetzte Bewegung
-    Verschlimmerung: Berührung, Ruhe und Liegen

Camphora (Kampher)

-    Ohnmacht und Schockzustand mit eiskalter Haut, Tier möchte jedoch nicht zugedeckt werden
-    Kühler Atem
-    Wenig kalter Schweiß

Cantharis (Spanische Fliege)

-    Folge von Verbrennung (3. Grades) bei sehr großflächigen und schwerwiegenden Verletzungen. Achtung: Tierarzt aufsuchen!!!
-    Feuerrote Haut
-    Großer Durst
-    Unruhe
-    Angst
-    Besserung: kalte Anwendungen

Carbo vegetabilis (Holzkohle)

-    Kollaps, Schock
-    Puls schwach
-    kalter Schweiß
-    schnelle Atmung
-    große Schwäche
-    Schleimhäute blaß
-    Extremitäten kalt
-    Besserung: frische Luft
-    Verschlimmerung: Wärme

Causticum (Ätzkalk)

-    Folge von Verbrennung (2. Grades). Achtung: Tierarzt aufsuchen!!!
-    Verbrennung der Mundschleimhaut, Hals und Magen nach Fressen sehr heißer Nahrung/Substanzen
-    Verschlucken ätzender, toxischer Substanzen
-    Besserung: Wärme

Glonoinum (Glyzeryltrinitrat)

-    Folge von Sonnenstich
-    Fieber, Schwitzen
-    Bewusstseinsveränderungen, Bewusstlosigkeit
-    Geistige Verwirrung, Schwindel, Muskelversteifungen
-    Besserung: kühle Kompressen
-    Verschlimmerung: Wärme, Druck

Hamamelis (Zauberstrauch)

-    Folge von Quetschungen, Verbrühungen, Verbrennungen (1. und 2. Grades) und nachfolgenden Entzündungen
-    Hämatome mit bläulicher Verfärbung
-    Augenverletzungen durch Schläge oder Verbrennungen
-    Große Erschöpfung durch Blutverluste (Schwäche steht in keinem Verhältnis zur Blutung)
-    Zerschlagenheitsgefühl, Schwäche

Hypericum (Johanniskraut)

-    „Arnica der Nerven“
-    Verletzungen der Nerven oder Bereichen, die reich an Nervenfasern sind, wie Finger, Nagelbett, Zehen, Kopf
-    Tiefe Riß- und Stichwunden
-    Verletzungen alter Narben
-    Verschlimmerung: Kälte

Arnica oder Hypericum?

„Arnica wird besonders bei Quetschungen angewendet, wenn die Haut „schwarz und blau“ aussieht, besonders im akuten Stadium und so lange, bis die äußeren Erscheinungen verschwunden sind. Wenn die Finger- oder Zehenspitzen gequetscht oder verwundet worden sind oder wenn ein Nagel abgerissen wurde oder wenn ein Nerv gequetscht worden ist und sich entzündet und der Schmerz den ganzen Nerv entlang ausstrahlt, so steht Hypericum an erster Stelle und ist in solchen Fällen fast unübertrefflich…..“ (J.T. Kent)

Weitere Mittel:

Ledum (Wilder Rosmarin)

-    Folge von tiefgehenden Verletzungen, wie Dornen, Nägel, Splitter
-    Folge von Insektenstichen (Mücken)
-    Folge von Bissen (Spinnen, Schlangen, Ratten, Katzen, Flöhe)

(Apis bei Bienenstichen mit Schwellung, Hitze, Schmerz)

-    Verhärtung, Druckschmerz, bläuliche Verfärbung
-    betroffene Stellen fühlen sich kalt an
-    Besserung: Kälte
-    Verschlimmerung: nachts

Ruta (Gartenraute)

-    Folge von Verletzung der Knochenhaut, Knochen, Bändern, Sehnen
-    ausgerenkte Gelenke (Sprunggelenk)
-    Überdehnung (Achillessehne)
-    Verzögertes Abheilen von Knochenbrüchen
-    Zerschlagenheitsgefühl, Unruhe, Schwäche
-    Besserung: Hochhalten der betroffenen Extremität
-    Verschlimmerung:
-    Anstrengung, Hängenlassen der betroffenen Extremität

Staphisagria (Stephanskörner)

-    Folge von Schnittwunden, auch chirurgische Eingriffe
-    Folge von Überdehnung (Blasenspiegelung, Blasenkatheter
-    sehr berührungsempfindlich

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die weder naturwissenschaftlich noch schulmedizinisch anerkannt sind. Hinweis im Sinne des §3 HWG. Suchen Sie im Zweifelsfall immer zuerst einen Tierarzt auf!

Im nächsten Teil unserer Serie geht es um weitere homöopathischen Mittel für den Notfall. Seien Sie gespannt!

Zur Autorin:

foto-babetteBabette Billerbeck ist ausgebildete Tierheilpraktikerin. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit Naturheilverfahren, insbesondere mit der Klassischen Homöopathie. Sie absolvierte deshalb eine mehrjährige Ausbildung zur Tierheilpraktikerin mit abschließender Prüfung.
In ihrer Tiernaturheilpraxis in Vierhöfen behandelt sie vorwiegend Katzen.

Da immer mehr Katzenhalter mit verhaltensauffälligen Katzen Rat bei ihr suchten, erweiterte sie ihr Wissen durch eine Ausbildung in Katzenpsychologie. Katzenverhaltenstherapie macht inzwischen einen Großteil ihrer Arbeit aus.

Weitere Infos zur Autorin gibt es unter http://www.katzenprobleme.com.

Weitere Teile dieser Serie:

Teil 1: Grundlagen zur homöopathischen Notfallapotheke für Tiere

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