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Katzenleben mit Behinderung

14. Januar 2015 | By | 13 Replies More

Lisbeth maunzt, reibt sich an den sisalumwundenen Stangen des Kratzbaums, greift mit ihren Krallen in die kratzige Ummantelung und lässt sich langsam nach unten gleiten – wie ein Kind an der Kletterstange auf dem Spielplatz. Übermutig, verspielt – erst ein Blick in Lisbeths Gesicht zeigt, dass die kleine Katze blind ist.

von Lena Landwerth

Lisbeth bewegt sich in ihrem Revier wie eine völlig gesunde Katze. Foto: mit freundlicher Genehmigung von Elke Steigerwald

Lisbeth bewegt sich in ihrem Revier wie eine völlig gesunde Katze. Foto: mit freundlicher Genehmigung von Elke Steigerwald

Doch was ist das? Keine goldgelben Katzenaugen? Ein Anblick, an den man sich erst einmal gewöhnen muss. Lisbeth macht ihre Behinderung aber überhaupt nicht viel aus: Hat sie sich eben noch vom Kratzbaum heruntergehangelt, ist sie schon dabei, Fangspiele mit ihren fünf Mitkatzen zu spielen. Auflauern, durch die Wohnung rennen – Lisbeth lebt wie eine ganz normale Wohnungskatze.

„Ich hatte erst Angst, dass Lisbeth bei meinen fünf Katzen untergeht“, erzählt Elke Steigerwald, die die Katze Anfang Februar 2008 vom Tierschutzverein „Tierhilfe verbindet“ in Poing bei München übernahm. „Doch ein Telefonat mit der Pflegestellte überzeugte mich davon, dass Lisbeth eine ganz normale Katze ist, die sich auch bei anderen Artgenossen hervorragend behauptet.“ Auf das Schicksal der erst sechs Monate alten Mieze, die durch eine starke Katzenschnupfeninfektion erblindete, wurde Elke Steigerwald durch ein Katzenforum aufmerksam. Die Kraft, mit der Lisbeth alles meisterte, berührte sie so sehr, dass sie die Kleine bei sich aufnahm. Bei ihr lebt Lisbeth nun in einer kleinen Katzengruppe in Wohnungshaltung – denn so gut Lisbeth auch mit den alltäglichen Gegebenheiten klarkommt, Freigang wäre wohl etwas zu viel des Guten. „Lisbeth ist wahnsinnig lieb und verschmust, spielt und rauft sogar mit den anderen Katzen – sie unterscheidet sich in ihrem Verhalten absolut nicht von anderen, gesunden Katzen“, weiß Elke Steigerwald zu berichten.

Viele körperlich behinderte Katzen führen ein ganz normales Leben – das ist allerdings oft noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen. Auch Petra Brodt musste dafür, dass sie die dreibeinige Lucky nicht einschläfern ließ, viel Kritik einstecken. „Lucky wurde als Tochter einer halbwilden Streunerin auf unserem Grundstück geboren“, berichtet die Katzenfreundin über Luckys Schicksal. „Am linken Hinterbein fehlte ihr einfach unten die Pfote. Es gab einen Stumpf, dessen Abschluss und unteres Ende nur Knochen ohne Fell war. Diesen Stumpf haben wir dann später vollständig amputieren lassen, da Lucky sich ihn sich öfter anhaute und er dann auch entzündet war.“

Die Frage, Lucky einschläfern zu lassen, gab es für Petra Brodt nie. Lucky kommt hervorragend mit ihrer Behinderung klar, sie genießt ihren Freigang, fängt am liebsten Insekten und klettert sogar auf Bäume. Nur herunter zu kommen ist für sie oft etwas schwerer als hinauf. Lucky ist eine ganz normale Katze, auch den Tierarzt sieht sie nicht häufiger als völlig gesunde Tiere. Eins mag sie besonders: Das Kämmen an der linken Halsseite. Dort kann sie sich ja aufgrund der fehlenden Hinterpfote nicht so gut putzen wie andere Katzen.

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Sisou ist von Geburt an taub. Foto: Ursula Schabert

Allerdings haben es behinderte Miezen nicht immer so leicht. Es gibt auch Behinderungen, die eine Katze um einiges mehr in ihrem Alltag einschränken und mehr Engagement von Seiten des Katzenhalters fordern. Kater Sisou zum Beispiel ist von Geburt an taub – er ist weiß und hat zwei unterschiedliche Augen, das führt genetisch bedingt oft zu Taubheit. Ursula Schabert nahm den Kater zu sich, als er knapp vier Monate alt war. Seinen Vorbesitzern blieb die Behinderung verborgen. Bedingt durch seine Taubheit ist Sisou besonders personenbezogen und sehr auf „seine“ Menschen bezogen. Seine Taubheit hat ihn etwas misstrauisch gegenüber anderen Menschen gemacht. „Wir müssen ihn bei Reisen über mehrere Tage entweder mitnehmen oder eine Bezugsperson muss bei ihm bleiben. Im Alltag muss man eine andere Kommunikation finden, weil man ihn ja nicht rufen kann. Da er nur geregelten Freigang hat, müssen Türen und Fenster sorgfältig geschlossen werden, denn er ist ein findiger Ausbrecher“, berichtet Frau Schabert, die auch noch drei weitere Katzen versorgt. Zweimal am Tag geht sie mit Sisou an der Leine spazieren – bei jedem Wetter. Möchte Sisou runter in den Hof, befestigt Ursula Schabert eine mobile Hundeleine. Aber auch hier ist stetige Wachsamkeit gefragt, damit Sisou sich nicht aus Versehen verletzt. Auch an der Leine ist er nämlich eine wahre Kämpfernatur, fremde Kater werden mit Gebrüll und Fauchen vertrieben.

Andrea Mocigemba kümmert sich gleich um drei „gehandicapte“ Katzen. Ihrer Katze Afishetu fehlen die Hinterpfoten, außerdem leben noch der Asthmatiker Mogli und Pflegekater Leo, der an Ataxie leidet, bei der Tierfreundin. Ataxie ist eine Störung des Kleinhirns, Ataxiekatzen haben oft Probleme mit der Körpermotorik.

„Afishetu ist in einem nicht ganz straff gespannten Katzennetz verunglückt. Sie rutschte von der Fensterbank und hing in dem Netz wie ein Rollbraten, dabei hat sie sich die Hinterfüße abgeschnürt und infolgedessen verloren“, erinnert sich Andrea Mocigemba. Trotz fehlender Hinterpfoten strahlt Afishetu aber so viel Lebensfreude aus, dass sie sich entschloss, der Katze wenigstens eine Chance zu einem Leben ohne Hinterpfoten zu geben. Sie hat es nie bereut – bald soll Afishetu sogar richtige „Pfotenschuhe“ von dem bekannten Tierorthopäden Dieter Pfaff erhalten. Auf die Frage, was den Alltag mit ihren Katzen von dem mit völlig gesunden Katzen unterscheidet, antwortet Andrea spontan „Gar nichts“. Und dann, nach einigem Nachdenken: „Gut, mit Afi muss ich halt öfters zum Tierarzt zwecks Verbandswechsel.

Der Asthmatiker Mogli wird auch öfter einmal beim Tierarzt vorgestellt als gesunde Katzen, schon zum Abhorchen, wenn seine Atmung mal wieder etwas geräuschvoller ist. Leo unterscheidet sich in der Pflege nicht von anderen Katzen. Eventuell muss man einmal mehr wischen, weil er sein gemütliches Nest nicht zeitig genug verlassen hat, um das Katzenklo rechtzeitig zu erreichen.“ Durch Afishetus Pfotenverlust kommen auch sehr hohe Kosten auf die Tierfreundin zu. Allein die Pfotenschuhe kosten etwa 300 Euro, das gleiche noch einmal für Wechselschuhe. Führt Afishetu wie erhofft ein langes Leben, sind sicherlich öfters „neue Schuhe“ nötig. So kann die körperliche Behinderung auch schnell zu einem wahren Kostenfaktor werden. Für Andrea Mocigemba sind Kosten aber relativ: „Wenn den Leuten der Fernseher kaputt geht, wird gar nicht diskutiert, da werden 600 Euro investiert, ohne drüber nachzudenken. Nur bei Tieren spricht man von „Kosten“ und denkt genau drüber nach, was investiert werden kann und was nicht…“

Auch die dreibeinige Lucky kommt hervorragend mit der Behinderung klar. Foto: Petra Brodt

Auch die dreibeinige Lucky kommt hervorragend mit der Behinderung klar. Foto: Petra Brodt

Jede Behinderung stellt unterschiedliche Anforderungen an den Katzenhalter. „Man sollte sich genau überlegen und informieren, welche Ansprüche die Behinderung an den Halter stellt und ob man das leisten kann. Bei einigen Behinderungen können da schon ein immenser Zeitaufwand und auch erhebliche Kosten auf einen zukommen“, gibt Petra Brodt zu bedenken. Oft ist Gestaltungswillen gefragt:„Dreibeiner sind zum Beispiel nicht so gut im Klettern und Springen. Darum sollten in der Wohnung Auf- und Abstiegshilfen vorhanden sein, damit sie auch in die „oberen Ebenen“ kommen und von dort auch wieder hinunter.“ Bei blinden Katzen dagegen sollte die Wohnung möglichst wenig verändert werden, damit sich die Katze ohne Probleme zurechtfindet.

Unterstützung finden Halter behinderter Katzen bei der Luna-Hilfe (http://www.luna-hilfe.de Update: Die Luna Hilfe ist seit Mai 2010 geschlossen), die auch gehandicapte Katzen vermittelt. Auslöser für die Initiative war die querschnittsgelähmte und inkontinente Katze Luna, die im Jahre 2002 von Claudia Wacker, der Gründerin der Luna-Hilfe, aufgenommen wurde (Update Oktober 2011: Leider ist Luna inzwischen verstorben. Hier der Nachruf ihrer Halterin: http://www.luna-cat.de/). Luna zeigt einen ungebändigten Lebenswillen. Ihre Hinterbeine sind zwar komplett gelähmt und nach vorne gestreckt, behindern sie dadurch aber nicht in ihren Bewegungen – auf ihrer Windel, die sie aufgrund der Inkontinenz tragen muss, robbt sie in einer Windeseile über den Boden, spielt mit ihren Mitkatzen und absolviert die täglichen krankengymnastischen Übungen, die Claudia Wacker mit einem Physiotherapeuten abgesprochen hat, mit Begeisterung. Selbst der Kratzbaum stellt kein Hindernis mehr dar, durch die Kraft ihrer Vorderbeine kann sich Luna affengleich hinaufziehen.

Ihre Beweglichkeit verdankt Luna unter anderem der Tierphysiotherapie. Ziel der Physiotherapie ist es, durch aktive und passive Bewegungen gelähmte und geschonte Muskeln wieder aufzubauen und die Beweglichkeit zu erhalten beziehungsweise zu fördern – gerade bei gelähmten Katzen kann die Therapie wahre Wunder wirken. Der Nachteil: Tierphysiotherapie ist sehr teuer. Claudia Wacker hat sich darum Rat von einem Tierphysiotherapeuten geholt und trainiert selbst mit ihrer Katze Luna. Mittlerweile gibt es deutschlandweit mehrere Tierphysiotherapeuten und klinische Einrichtungen. Informationen hierzu gibt es im Internet, bei der Luna-Hilfe und in der Linkliste am Ende des Artikels.

Ob Physiotherapie, Pfotenschuhe oder Latzhöschen: Es gibt viele Hilfsmittel, um auch gehandicapten Katzen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Doch welche Voraussetzungen muss der Katzenhalter erfüllen? Für Ursula ist Zeit ein ganz wichtiger Faktor: „Am Besten hat man einen Job, der es ermöglicht, zu Hause zu arbeiten.“ Claudia Wacker dagegen ist Vollzeit berufstätig und versorgt eine pflegebedürftige Mutter nach der Arbeit. Dazu kommt die Tierschutztätigkeit. Trotzdem schafft sie es, Luna ein schönes Leben zu bieten. Ihre Meinung: „Wo ein Wille da ist, ist auch ein Weg. Man muss nicht zuhause sein, um ein Lunchen zu versorgen.“

Besitzer behinderter Katzen sollten gegebenenfalls bereit sein, ihr Leben der Katze anzupassen. Ursula hat zum Beispiel ihren Balkon in ein vergittertes Freigehege umbauen lassen, von wo aus Sisou etwas Freigang genießen kann. „Man braucht eine Menge Geduld und viel Liebe, aber auch Platz und die Möglichkeit, in der Wohnung Dinge zu verändern.“

Doch wie gehen die Katzen mit ihrer Behinderung um? Fühlen Sie sich trotz fehlender Beine, Taubheit oder Erblindung wohl? „Katzen nehmen ihre Behinderung sehr viel natürlicher hin als jeder Mensch. Sie leben einfach damit ohne darüber nachzudenken. Vielleicht braucht man ein „dickes Fell“ im Umgang mit seinen Mitmenschen“, weiß Andrea Mocigemba. „Viele Menschen sehen oft nur, dass das so eine Katze „defekt/nicht hübsch“ ist und man hat oft das Gefühl, man müsse sich rechtfertigen, warum man das gesunde aber „defekte“ Tier nicht euthanasieren lässt. Das kann nerven, gibt einem aber die Chance unter den Freunden und Bekannten die „Spreu vom Weizen“ zu trennen.“ Sie kann sich ein Leben ohne ihre „Haustyrannen“ nicht mehr vorstellen. „Ob die jetzt zwei, drei oder vier Pfoten haben, das spielt keine Rolle wenn man nur sieht, wie sie das Leben in vollen Zügen genießen.“

Sie sehen also: Auch gehandicapte Katzen verdienen ein schönes Leben – und können ihren Besitzern jede Menge Liebe zurückgeben.

Internettipps:
http://www.luna-hilfe.de (seit Mai 2010 geschlossen)
http://forum.luna-cat.de/index.php (seit Mai 2010 geschlossen)
http://handicats.forenking.com/index.php
http://www.hunderolli-tierorthopaedie.de/
http://www.tierhilfe-verbindet.de/

Artikel aus Pfotenhieb April 2008

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Category: Katzengesundheit

Comments (13)

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  1. Monika R. sagt:

    Ich habe auch 3 Katzen, wobei der Kater eine Behinderung hat. Nach einem Unfall fehlt ihm das linke Vorderbein.
    In dieser Zeit war ich besonders enttäuscht, von anderen Katzenhaltern in meinem Bekanntenkreis. Bekannte ohne eigene Katzen hatten nur gefragt: “ Ja geht das denn, eine Katze mit 3 Beinen? Kommt die Katze damit zurecht?“
    Da wa die Reaktion von Bekannten mit Katzen viel schlimmer. Da hieß es: „Also eine Katze mit 3 Beinen, ist doch keine richtige Katze mehr! Ich würde meiner Katze keine Leben mit 3 Beinen zumuten vollen! Ich würde sie einschläfern!“
    Ich gebe zu, es war am Anfang auch nicht einfach für mich. Der Anblick der frischen Amputationsnarbe hat mir schon etwas zugesetzt. Aber ich dachte mir, wer nicht wagt, der nicht gewinnt!!!
    Und gewonnen hat auf alle Fälle mein Kater…nämlich ein schönes Leben auf 3 Beinen!!!
    Habe diese Entscheidung auch nie bereut.

  2. Sandy Rorer sagt:

    Ich denke,jedes lebewesen hat es verdient zu leben.Es wurde oftmals darüber berichtet,dass katzen
    auch wenn sie nur 3.beinchen haben gut damit zurecht kommen.Vielmehr hängt es davon ab,wieviel
    liebe,respekt+verständniss die besitzer ihrem tier entgegen bringen…der glaube kann berge versetzen!
    Jedes Tier ist dankbar für hilfe und beschenckt uns umfangreich mit liebe!

  3. Rodenhäuser Anna Maria sagt:

    wir haben seit 2007 eine 3-beinige katze aus dem tierheim. zuerst war sie sehr scheu, nach ein paar wochen hat sie angefangen die wohnunh in besitz zu nehmen, nach ca. einem halben jahr hatte sie das ganze haus erobert, einschließlich der wohnung und des balkons meiner eltern im 1. stock. sie ist schnell wie der teufel, springt auf alle sessel, fensterbänke und sogar auf den sekretär. am liebsten liegt sie am offenen küchenfenster (mit fliegengitter gesichert) oder in der sonne am balkon hinter den blumenkästen. wir haben den eindruck, dass sie sich „sauwohl“ fühlt, und offensichtlich mit ihrer behinderung gut leben kann. wir hoffen, dass das noch viele jahre so bleibt.

  4. Mocigemba sagt:

    Ich hätte noch einen Surf-Tipp http://handicats.forenking.com/index.php oder ähnlich gestrickt http://handicapkatzen.foren-city.at/ Nachdem das Luna-Forum seine Pforten geschlossen hat, ist man als betroffener Katzenhalter dennoch nicht aufgeschmissen und kann sich weiterhin mit anderen Betroffenen austauschen

  5. Andrea sagt:

    Auch eine Katze mit Ataxie, einer Störung der Bewegungskoordination, hat Lebensfreude!

    Ein Verein kümmert sich um Aufklärung und Förderung: http://www.ataxiekatzen.de
    und hat ein Forum für Ataxiekatzenbesitzer eingerichtet: http://ataxiekatzen.plusboard.de

  6. Andrea sagt:

    Leider ist Luna inzwischen verstorben.

    Hier der Nachruf ihrer Halterin: http://www.luna-cat.de/

  7. Patricia sagt:

    Mein Rudel besteht aus zwei Dreibeinigen, zwei Einäugigen und einem Blinden (&Futtermittelallergiker). Jeder kommt super zurecht. Selbst der Blinde rennt umher und erklimmt die höchsten Höhen. Jeder Tag mit ihnen ist eine Freude. Zu sehen, dass sie trotz aller menschlichen Schmährufe ein erfülltes Leben haben ist wundervoll.
    Und es zeigt einem auch immer wieder, dass so vieles möglich sein kann, wenn man es einfach nur versucht. Die Katzen machen es mir jeden Tag vor.

    Dazu auch ein schöner Buchtipp “ Homer’s Odyssey (http://www.gwencooper.com/).

  8. Silvia Nakielski sagt:

    Hallo ,
    ich möchte hier erst einmal bitten wer, eine Ataxie kranke Katze hat ,bitte meldet euch bei mir ,zwecks Austausch. Ich habe gestern meine einzigste überlebende kleine Söckchen aus der Tierklinik abgeholt. Sie hat von 6 Parvoviose katzen überlebt.Ich erzähle kurz ihre Geschichte .Also als private Tierschützerin wurde ich mit Kolleginnen gerufen in einen Stadtteil der nun völlig abgerissen wird. Dort setzte man einfach seine zahmen unkastrierten Katzen aus. Wir halfen wo es ging nahmen also Katzen auf .Zwei der trächtigen Mamas waren zu weit um kastriert zu werden und so nahm ich sie auf. Sie bekamen ihre Babys.Sie hatten also schon den denkbar schlechtesten Start ins Leben.Mama 1 Minky bekam 4 gesunde Welpen am 14.8.2011 alles ok. Am 31.8. 2011 bekam Mama Heidi ihre 6 Welpen. die ersten 4 normal dann kam es zu Komplikation und es wurde ein Kaiserschnitt gemacht.Ich saß während dessen mit den 4 gerade geborenen Babys im Wartezimmer und wärmte sie und hatte Angst um Heidi. Sie blieb mit den 6 lebenden Welpen (1verstarb bei der Geburt)in der klinik am nächsten Tag kam sie mit Babys nach Hause ich mußte mit Flasche zu füttern. Heidi hatte zu wenig Milch Schlumpf und Rocky die kleinsten zog ist fast ganz alleine mit der Flasche auf.Sie konnten sich nicht durchsetzten. So dann hatten sie alle innerhalb der 2-4 Lebenswoche Schnupfen und alle schafften es ,dann kämpften wir mit Flöhen und Würmern alles schafften sie .Dann kam allerdings der Tag an dem ich den Virus mit nach Hause nahm.Ein Anruf einer jungen Frau kam .Ihre Katze war aus dem Fenster gestürzt wir fuhren sie mit der Katze zur Klinik. Sie blieb 2 Tage da wurde dann von uns wieder abgeholt. Das Tier gesund. Nach ca. 7 Tagen kam der nächste Anruf das Tier lag im sterben eine 16 Wochen alte Katze,was war passiert für uns rätzelhaft vor allem so schnell.
    Ich kontaminierte mich genau an diesem Tag mit dem Virus da ich das sterbende kolabierte Tier an mich nahm auf den Weg zu Klinik. Sie starb dort Nachts. Am Tag drauf ließ ich mir das Tier gut in Plastik eingepackt in eine Box übergeben und brachte sie nach Krefeld zur Autopsie. Es sollte gut 14 Tage dauern.Zu lange um handeln zu können den da setzte das sterben bei meinen kleinen gerade 6 Wochen alten Babys ein. Es fing an mit Durchfall ,da ich sie gerade entwurmte wurde gesagt das ist das Wurmmittel.Es ging so schnell keine 36 Stunden da war Welpe Felix tot. Er starb in der Klinik.Es ging Schlag auf Schlag und genau nach 1 Woche lebte nur noch Söckchen die stärkste von allen und die als zweite Symptome zeigte. Sie bleib nun 4 Wochen in der Klinik. Nun komme ich zu der Ataxie.Meine Kollegin holte gestern Söckchen aus der Klinik ab .Als ich sie nahm fiel mir sofort auf ,das sie sich anders verhielt. Als ich sie hinsetzte .Orientierte sie sich erst einmal und dann starkste sie zwei Schritte .Die Hinterbeine wobei das linke schlimmer ist.Sie leidet ebenfalls an der typischen gestörten Wahrnehmung.
    Ich werde sie auf jeden Fall behalten das war vorher schon klar. Nun ist es für mich Neuland. Ich möchte gerne wissen was man sich bauen kann um Hindernisse zu überbrücken Gefahrenquellen auszuschalten.
    Sie kippte zwischendurch etwas um dann aber versucht sie diesen typischen Beutesprung zu machen der auch zu 50% klappt.Sie spielt hat sichtlich Spaß am Leben das dazu das es lebenswert ist.Sie ist genauso wie vorher .Schmust findet alles klasse.Für mich kein Problem die Wohnung vollkommen behinderten gerecht zu gestalten.
    Wer kann Tips geben bitte melden.
    Danke
    sharima34@yahoo.de

  9. Hallo Silvia,

    vielen Dank für Ihr Engagement! Wir wünschen Ihnen und Ihrer Katze alles Gute. Tatsächlich werden wir nächste Woche einen Artikel zum Thema veröffentlichen, wir warten aktuell nur noch auf Fotos zum Thema. Vielleicht finden Sie jetzt schon ein paar Tipps und die entsprechenen Ansprechpartner bei Feline Senses, dem Verein für Feline Ataxie: http://www.ataxiekatzen.de und http://www.saricat.de.
    Forum rund um das Thema Ataxie bei Katzen: http://ataxiekatzen.plusboard.de/

    Viele Grüße,

    Lena

  10. Guten Tag,

    bin auf den Artikel aufmerksam geworden, weil ich auf die „Luna-Seite“ wollte und habe traurig feststellen müssen, dass Luna im Katzenhimmel ist. Der Artikel ist toll.
    Ich habe selbst eine behinderte Katze die gerade sich glücklich rekelnd auf dem Schreibtisch liegt. Meine Minki (wird im Mai 3 Jahre alt) ist vor 1 1/2 Jahren entweder angefahren oder geschlagen worden, so dass sie querschnittsgelähmt ist und die Hinterbeine nachzieht.
    Der erste Tierarzt wollte sie damals einschläfern. Unsere Haustierärztin hat alles mögliche versucht, so dass sie nach einer Woche wieder toll drauf war. Akkupunktur und Strombehandlungen haben geholfen, dass mindestens das Schwänzchen wieder da ist. In meiner verzweiflung habe ich damals nach Hilfe im Internet gesucht und bin auf die Luna-Seite gekommen. Hat mir unwahrscheinlich geholfen.
    Nachts (auch nicht immer) bekommt unsere Dame eine Windel, da ich manchmal nicht gehört habe, wenn sie raus wollte. Sie geht nämlich auch raus, auf ihren Kratzbaum, „geht“ die Treppe hoch, klettert über den Zaun, wenn sie nach Hause will und fühlt sich pudelwohl.
    Sie strahlt soviel Lebensfreude aus und gibt ganz viel an Ihre Menschen zurück. Sie ist nämlich, bevor sie über den Tierschutz zu uns kam, von ihren Menschen bei Kälte im Haus zurückgelassen worden.
    Unsere zweite Katze, die wir geholt haben, nachdem ihre kleine Gefährtin überfahren wurde, hat aus Dankbarkeit an diese Seite den Namen „Luna“ bekommen ( und jetzt in Erinnerung).
    Warum sollte ein behindertes Tier kein Lebensrecht haben?
    Minki zeigt uns Tag für Tag, wie man auch mit einem Handycap glücklich sein kann.
    Möge dieses tolle Tier noch lange bei uns sein.

    Viel Kraft und Freude für alle, die ein behindertes Tier nicht stört und die diesen wunderbaren Tieren ein zu Hause geben.
    Es ist immer wieder schön die Fotos von Minki anzusehen und wir haben viele.

    Barbara Sommerfeld

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