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Kammtraining: So überzeugen Sie Ihre Katze von Kamm und Bürste

18. Oktober 2015 | By | 3 Replies More

Auch Kurzhaarkatzen müssen sich einer regelmäßigen Fellpflege unterziehen – nicht nur aus kosmetischen Gründen, denn Fellknoten schmerzen und belasten den kätzischen Alltag, Fellballen im Magen-Darm-Trakt können die Gesundheit der Fellnase bedrohen. Doch was tun, wenn sich die Katze partout nicht kämmen lassen will? Mit unseren Tipps überzeugen Sie Ihre Fellnase davon, dass Bürste und Kamm gar nicht so schlimm sind!

von Lisa Gomez Ringe

Regelmäßige Fellpflege ist doch gar nicht so schlimm! Foto: Lisa Gomez Ringe

Regelmäßige Fellpflege ist doch gar nicht so schlimm! Foto: Lisa Gomez Ringe

Während Herrchen sich möglichst im Sommer leicht kleidet, bleibt dem Vierbeiner nur soviel Fell wie möglich abzuwerfen. Bei Kurzhaarkatzen ist dies vor allem für den Menschen lästig, bei Langhaarkatzen, deren Fell schnell verknotet viel mehr für die Fellnase. Problematisch wird es bei Katzen, die sich nicht kämmen lassen und daher nicht vor dem Verfilzen des Haarkleides geschützt werden können.

Doch was tun, wenn Katzen nichts vom Kamm hält?
  • Sie brauchen Geduld, Konsequenz, Ausdauer und davon jede Menge. Wenn Sie nicht bereit sind, täglich wenigstens kurz zu üben wird sich nur schwerlich Erfolg einstellen.
  • Ebenso wichtig ist das richtige „Werkzeug“. Ein Kamm, der für Ihre Katze unangenehm ist macht die Sache nicht eben leichter. Ich empfehle Kämme mit rotierenden Zinken (z.B. von Karlie). Diese holen das lose Fell zuverlässig aus dem Haarkleid ohne sich festzuhaken oder zu ziepen. Bürsten sind eher ungeeignet, da sie nicht bis zur Unterwolle durchdringen.
  • Ein fester Ort zum Kämmen muss sein. Die Katze soll lernen, dass hier Kooperation angesagt ist und nicht Spiel und Spaß.
    Selbstverständlich soll sie aber auch lernen, dass es hier die angenehme Kämmstunde gibt die eigentlich ja richtig gut tut. Lassen Sie sich auf keinen Fall von Drohgebärden beeindrucken. Die Mieze darf nicht gewinnen.
  • Fangen Sie langsam an. Streicheln Sie Ihre Katze und fahren Sie dabei abwechselnd vorsichtig mit dem Kamm durch das Fell. Das Kämmen wird so zur Streicheleinheit. Beginnen Sie mit 1-2 Minuten und steigern Sie sich langsam. Beschränken Sie sich anfangs auf das Rückenfell und den Kopf (ja, unsere Katzen lieben es sehr am Kopf „geschubbelt“ zu werden).
  • Von leichten Strichen können Sie allmählich zu intensiverem Kämmen übergehen. Wenn Ihre Katze verstanden hat, wie angenehm diese Sessions sind wird Sie Ihnen mit der Zeit erlauben, auch vorsichtig Bauch und Innenschenkel zu bearbeiten. Hier müssen Sie jedoch ganz besonders vorsichtig sein um das Vertrauen nicht zu zerstören.

Foto: Lisa Gomez Ringe

Konsequenz ist (fast) alles
Wenn Sie konsequent und vorsichtig vorgehen, wird Ihre Katze das Kämmen bald genießen können. Dazu gehört jedoch auch, dass Sie nicht nachlassen und es gar nicht mehr zu Filzknoten kommen lassen, die beim Kämmen weh tun könnten.

Sie und nicht die Katze beendet die Session! Loben Sie Ihr Tier und geben Sie ruhig ein Leckerchen!

Was tun bei starken Verfilzungen?
Ein Tipp bei stark verfilzten Katzen: Nehmen Sie im Zweifelsfall lieber eine Narkose/Sedierung in Kauf und lassen Sie Ihre Katze scheren oder zumindest die Filzknoten wegschneiden. Meist ist das besser als mit einer wehrigen Katzen um das Augenlicht zu kämpfen und drei Wochen von ihr ignoriert zu werden – freilich ohne dass man dem Filz dabei zu Leibe gerückt ist. Wo kein Filz ist kann nichts mehr ziepen, die beste Voraussetzung um mit dem Kämmtraining zu beginnen.

Kleine Filzknoten schneiden Sie am besten zu Hälfte ab und ziehen dann den restlichen Filz behutsam senkrecht mit einem Kammzinken nach oben weg. So gibt es auch keinen totalen Kahlschlag im Fell.

Übrigens: Unser Kater kam mit 14 Monaten zu uns und hasste es gekämmt zu werden. Heute kommt er freudig gerannt und wirft sich auf den Rücken, wenn er den Kamm sieht. Lassen Sie sich und Ihrer Katze Zeit!

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Category: Allgemeines, Katzenleben

Comments (3)

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  1. Elke Kroll sagt:

    Gott sei Dank haben meine „Normalos“ kein Problem damit ! Sie betteln regelrecht für diese Art „Zuneigung“

  2. Sophie sagt:

    Schöner Artikel, hilft mir aber leider auch nicht. Meine Perserkatze lässt sich nur ungern bzw sehr selten gerne streicheln. So kann ich ihr das Kämmen nicht schöner machen, es macht sie meist nur noch wütender. Schon nach ein paar Minuten kann ich sie nicht mehr anfassen ohne dass sie ausrastet. Mit leckerlies kann ich sie kurz hinhalten aber sie knurrt sogar beim fressen 😀 ich bleibe immer ruhig und entspannt aber es bringt nichts. Wenn ich ihr die Knoten abschneide wachsen wieder welche nach, weil sie mich auch auf kurzen Fell nicht kämmen lässt… Die kleine Zicke. Über neue Trainingsideen wäre ich froh. Ich habe mir den furminator bestellt, mal schauen ob sie den lieber mag.

  3. Lizzy sagt:

    Toller Artikel und brauchbare Hinweise – nur nicht für mich und meinem 5 Jahre alten Perser, den ich seit Februar angenommen habe. Er rennt schon in Deckung (hinter seinem Kratzbaum) und zeigt mir die Zähne und schlägt mit der Pfote, wenn ich etwas bürstenähnliches in der Hand halte! Dem Himmel sei Dank ist er nicht lange beleidigt; ich habe es schon mit allem versucht, viel Geld für diverse Bürsten und Kämme gekauft, mit Strenge und Festhalten versucht, er schreit und windet sich, es ist allein, ja selbst zu zweit nicht durchführbar. Seit dem Fellwechsel ist er nun am Bauch und zwischen den Beinen richtig knotig, ich werde wohl zum TA müssen! Zum Glück bin ich diesem verschmusten Zottel mittlerweile so verfallen, wenngleich ich die Vorbesitzer (mit Kleinkind) mittlerweile etwas besser verstehe …

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