Wie die Tigerkatze zu ihren Streifen kam

Getigert ist nicht gleich getigert: Ob eine Katze als „mackarel“ bezeichnet wird, als „classic“, „marbled“, „spotted“ oder „ticked“, wird vor allem durch die genaue Erscheinung ihrer Fellzeichnung bestimmt. Die hellen Farbabschnitte getigerter Katzen sind nicht einfach hell, sondern zeigen eine Bänderung – sie sind abwechselnd farbig und schwarz gefärbt. Im Gegensatz hierzu sind Haare im für die die Zeichnung verantwortlichen Teil durchgehend schwarz oder weisen nur eine verwaschene Bänderung auf. Die zugrundeliegenden Vererbungsmechanismen galten lange Zeit als umstritten.

von Lena Landwerth

Wie kommt die Tigerkatze zu ihren Streifen? Neue Forschungsergebnisse bringen Licht ins Dunkle. Foto: Lena Landwerth
Wie kommt die Tigerkatze zu ihren Streifen? Neue Forschungsergebnisse bringen Licht ins Dunkle. Foto: Lena Landwerth

Ein Forscherteam des HudsonAlpha Institutes für Biotechnologie aus Huntsville, Alabama, hat das für die Tigerfärbung verantwortliche Gen identifiziert. Laut ihrer Forschungsarbeit „Specifying and sustaining pigmentation patterns in domestic and wild cats”, veröffentlicht im September 2012 im Fachmagazin „Science“, handelt es dich um ein von den Wissenschaftlern als „Transmembrane aminopeptidase Q (Taqpep)“ bezeichnete Gen, das eine so genannte „membrangebundene Metalloprotease“ codiert. Metalloproteasen sind Enzyme, die Peptidbindungen eines Proteins spalten können – im Fall der Tabby-Färbung führe dies zu einer Musterung der Haut früh in der kätzischen Entwicklung, die den Grundstein für eine spätere Tabby-Färbung legt. Eine spätere Ausschüttung eines weiteren, als „Endothelin3“ bezeichneten, Enzyms führt dann zur Entstehung der eigentlichen Färbung.

Wissenschaftler der George Mason University in Manassas, USA, hatte schon 2010 die bei Fellmarkierungen zugrunde liegenden genetischen Muster durch Analyse von Stammbäumen sowie Extraktion und Markierung der entsprechenden DNA Fragmente bestimmt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Artikel „Defining and Mapping Mammalian Coat Pattern Genes: Multiple Genomic Regions Implicated in Domestic Cat Stripes and Spots“ im Fachmagazin „Genetics“ im Januar 2010. Die Ergebnisse des Forscherteams besagen, dass das zugrunde liegende Tabby-Muster durch zwei verschiedene Verfahren gebildet werden: einen räumlich orientierte Entwicklungsmechanismus, der ein spezifisches Muster der Haut festlegt, sowie einen Pigmentiermechanismus, der die Synthese des Farbstoffes Melanin im Fell der Katze reguliert.

Quellen:
Defining and Mapping Mammalian Coat Pattern Genes
Specifying and sustaining pigmentation patterns in domestic and wild cats
Blog der WINN Feline Foundation

 

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