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Katzenfreundlich umziehen – kein Ding der Unmöglichkeit!

29. August 2016 | By | Reply More

Ein Umzug ist purer Stress – für Mensch und Katze! Kaum einen sensiblen Stubentiger lässt das die plötzliche Aufgabe seines alten Reviers kalt, und auch die Eingewöhnung in eine neue Wohnung gestaltet sich nicht immer einfach. Tanja Hansen hat einige Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihren Umzug katzenfreundlich gestalten können.

Von Tanja Hansen

Foto: Alena Ozerova/shutterstock.com

Foto: Alena Ozerova/shutterstock.com

Mindestens einmal im Leben zieht es uns in die Ferne oder zumindest in eine andere Wohnung. Ein Umzug naht. Jetzt hat man aber einen oder mehrere Stubentiger und die sollen mit. Was können Sie tun, um Ihren Katzen den Umzug zu erleichtern? Wie machen Sie diesen für Ihre Stubentiger möglichst stressfrei? Sollen Sie sie zuerst oder zuletzt übersiedeln? Und dann wäre dann ja noch die Sache mit dem Freigang…

Vor dem Umzug
Mieze merkt oft schon seit Tagen oder gar Wochen vor dem eigentlichen Umzug, dass da irgendwas im Busch ist. Kein Wunder, werden doch Kisten und Kartons herangeschleppt und massenweise Kleinkram verpackt. Um Ihrer Katze zu helfen, die plötzlichen Veränderungen zu verarbeiten, können Sie folgendes tun: Besorgen Sie sich Pheromonstecker wie Feliway oder Cattitude beim Tierarzt oder im Online-Handel. Dies sind nur für die Katze wahrnehmbare Glückshormone, ein Wohlgefühl bei der Katze auslösen. Diesen Stecker stecken Sie am besten schon zwei bis drei Wochen vor dem geplanten Umzug in die Steckdose – idealerweise in den Zimmern, in denen sich Mieze am meisten aufhält.

Organisieren Sie sich zudem Rescue-Tropfen für Kinder oder Tiere aus der Apotheke. Das ist eine Notfall-Bachblütenmischung ohne Alkohol, die Sie entweder ins Genick der Katze träufeln oder über das Futter geben können. Fangen Sie hiermit ein paar Tage vor dem Umzug an bzw. dann, wenn Sie beginnen, Kisten zu packen und sich somit etwas im Leben der Katze ändert. Katzen reagieren oft mit Unsicherheit auf Veränderungen. Rescue-Tropfen sind hier eine gute Hilfe, denn sie wirken ausgleichend, beruhigend und entspannend. Bachblüten helfen Ihnen übrigens auch… Diese Rescue-Mischung gibt es auch als Globuli und als Spray. Das Sprühgeräusch erschreckt die Katzen allerdings beim Auftragen. Erfahrungsgemäß klappt die Gabe mit den Tropfen am besten. Achten Sie darauf, dass die Tropfen nicht mit Metall in Verbindung kommen. Sonst verlieren sie ihre Wirkung. Auch in dieser geschäftigen Zeit dürfen Sie Ihrer Mieze reichlich Liebe (nicht Futter ;-)) zuteilwerden lassen. Und gemeinsames Spiel nicht vergessen! Aufmerksamkeit für die Katze ist auch in solch einer für Sie stressigen Lebensphase wichtig und erleichtert die neue Situation.

Kontakt zur Bezugsperson sind wichtig - gerade in stressigen Zeiten! Foto: Alena Ozerova/shutterstock.com

Kontakt zur Bezugsperson sind wichtig – gerade in stressigen Zeiten! Foto: Alena Ozerova/shutterstock.com

Es wird ernst
Alles ist gepackt und die Umzugsfirma rückt nun an. Was nun? Bevor die Umzugsfirma kommt gilt es, alle Ihre Katzen einzusammeln und sie zusammen mit allem, was Katz´ gerne um sich hat, in ein bereits leer geräumtes Zimmer zu bringen. Sie räumen also zu allererst einmal ein Zimmer leer, das Sie gut absperren können. Gut geeignet ist ein ruhiges Zimmer. Notfalls geht vielleicht das Bad. Keinesfalls sollte es ein Durchgangszimmer sein, gerade dann nicht, wenn Sie es beim Umzug nutzen. In dieses Übergangs-Katzenzimmer bringen Sie einen Ihrer sicherlich gefühlt zwanzig Kratzbäume hinein. Man hat ja doch reichlich an Katzenmaterial. Das fällt einem aber erst beim Umziehen so richtig auf, gell? Es muss ja nicht der größte Ihrer Sammlung sein. Die anderen x Kratztonnen und Klettertürme dürfen ruhig schon in den Lkw geladen werden. Futternäpfe und Wasserschälchen, sowie für jede Katze ein Bettchen bzw. Rückzugsort und auch Spielzeug dürfen in diesem Raum nicht fehlen. Wahrscheinlich wird in dieser Situation an der Katzenfront nicht ansatzweise ans Spielen oder Futtern gedacht. Es geht hier aber primär darum, dass die Katzen gewohnte Dinge und Utensilien um sich haben, damit sie sich so wohl wie möglich fühlen. Denken Sie auch unbedingt an eine Katzentoilette und bereits an alle Transportkörbe, damit das Einpacken der Miezen nachher reibungslos verläuft. Das alles sollte sich bestenfalls mit allen Ihren Miezen in diesem Raum befinden. Freigänger werden noch rechtzeitig VOR dem großen Rumräumen eingetütet und haben Freigangverbot. Sonst reisen Sie am Tag des Umzugs womöglich ohne das Pelztier ab, weil´s nicht heimgekommen ist ob des Trubels bzw. Sie haben einen Wahnsinnsaufwand mit der Suche nach Ihrer Katze, der sich leicht vermeiden ließe. Schlimmstenfalls kommt Ihr Tiger nie wieder. Zusätzlichen Stress braucht an so einem Tag nun wirklich keiner.

Natürlich wird die Miezenschar jetzt in dem vorübergehenden Gefängnis nicht direkt erbaut sein, weil ja alles ungewohnt ist. Ein Glücksfall sind natürlich wissbegierige Miezen, die das ganze Unterfangen als Abenteuer betrachten. Jedenfalls können Sie sich so getrost dem Umzug und den abzubauenden Möbeln widmen. Hin und wieder können Sie einen Blick hineinwerfen, wie´s den Stubentigern denn so geht und ein paar Streichel- oder Spieleinheiten verteilen, falls von kätzischer Seite aus gewünscht. Sanfte, liebe Ansprache beruhigt aber auf jeden Fall ein bisschen. Passen Sie hierbei unbedingt auf, dass keine der Miezen wie ein Blitz das Zimmer verlässt und gegebenenfalls auf Nimmerwiedersehen durch die geöffnete Tür ins Freie gelangt. Bei Wohnungsmiezen wäre das besonders fatal. Also immer wieder nach jedem Besuch schön das Zimmer verriegeln.

Während des Umzugs
So, all Ihre Schätze (also ich meine jetzt die nichttierischen…) sind im Lastwagen verpackt und der hat sich schon auf den Weg ins neue Zuhause gemacht. Nun müssen noch die wichtigsten Schätze mit (jetzt mein ich allerdings die tierischen!). Jede Mieze sitzt normalerweise in ihrem eigenen Transportkorb. Zwei besonders aufeinander eingeschworene Individuen, die sich gegenseitig Halt geben, dürfen natürlich zusammen in einem Korb reisen. Auf keinen Fall reisen die Miezen im Lkw mit, sondern im Pkw bei Ihnen oder einer anderen Bezugsperson. Vielleicht gibt es ein Schreikonzert, weil Autofahren doof ist. Wir neigen dazu, die lieben Süßen dann verbal beruhigen zu wollen. In dieser Ausnahmesituation empfinde ich persönlich es nicht als Bestätigung von unerwünschtem Verhalten, sondern durchaus als Beruhigung Ihrer Vierbeiner. Erfahrungsgemäß ist es egal, ob sie dem Jaulkonzert beiwohnen oder nicht. Mieze ist im Ausnahmezustand. Ich selbst texte meine Tiere beim Autofahren auch oft zu – obwohl sie manchmal ruhig sind. Schließlich wirkt das auch für uns Menschen beruhigend, sich mit dem Tier zu unterhalten. Auch hier gilt: Je ruhiger Sie sind, desto ruhiger ist normalerweise auch Ihr Tier, denn Ihre Stimmung überträgt sich.

Auch hier können Sie immer wieder Rescue-Tropfen zum Einsatz bringen. Hier bietet sich tatsächlich das Spray an. Hin und wieder ein paar Sprühstöße durch die Gitter der Katzenkörbe. Bitte achten Sie darauf, dass Sie die Katze nicht im Gesicht treffen. Ist die Fahrt eine längere, planen Sie mehrere Pausen ein. Lassen Sie hierbei Ihre Katze niemals aus dem Korb. Schnell ist es passiert, dass sie aus dem Auto verschwunden ist, was kontraproduktiv auf einer Autobahnraststätte wäre… Es spricht nichts dagegen, im geschlossenen Fahrzeug die Katze im Korb zu streicheln, wenn diese das möchte. Wasser darf gereicht werden, Futter ist hingegen nicht empfehlenswert. Einige Katzen leiden unter Reiseübelkeit und verunreinigen dann das Auto. Bei Reiseübelkeit empfiehlt sich Cocculus (homöopathische Globuli aus der Apotheke), die Sie ein paar Stunden vor der Reise oder direkt davor geben. Vermeiden Sie Fahrten bei Hitze. Verlegen Sie Ihre Reise mit dem Pkw in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Geht das nicht, besorgen Sie sich Kühlakkus und legen Sie diese mit einem Handtuch bedeckt zu Ihren Katzen in den Transportkorb. Immer mal wieder austauschen auf der langen Fahrt.

Ist die Fahrt nur eine kurze, muss man nicht so einen Aufriss machen. Katzen im Transportkorb in den Pkw laden (Katzenutensilien natürlich auch) und los geht´s.

Und wie geht´s jetzt direkt nach der Ankunft in der neuen Wohnung weiter?

Diese beiden sind angekommen! Foto: Komar/shutterstock.com

Diese beiden sind angekommen! Foto: Komar/shutterstock.com

Nach dem Umzug
Da sind Sie nun. Vermutlich nicht ganz so entspannt wie gehofft, aber Sie sind in der neuen Wohnung angekommen. Idealerweise sind die meisten Möbel aufgebaut und das meiste verstaut, wenn die Miezen das neue Zuhause erreichen. Auch hier gilt wieder: Miezen in ein bereits (fast) fertig eingerichtetes Zimmer bringen mit all den Katzensachen und erstmal zur Ruhe kommen lassen. Lassen Sie Ihrer Mieze Zeit, das neue Zimmer alleine und in ihrem Tempo zu erkunden. Einfach Transportkorb aufmachen und sich ein wenig zur Mieze setzen oder ggf. auch ganz allein lassen. Sie kennen Ihren Stubentiger am besten. Nicht aus dem Korb zerren. So macht Mieze dann gleich mal Negativerfahrungen in der neuen Umgebung. Das wollen wir ja nicht. Auch hier kann der Pheromon-Stecker gute Dienste leisten. Außerdem kann hier wieder die Homöopathie helfen: Nach dem Umzug können Sie Ignatia oder Aconitum geben. Welches Mittel in welcher Potenz hier das passende ist, ist unbedingt vorher mit einem Homöopathen abzuklären. Wenn sich Mieze akklimatisiert hat und Sie sich häuslich eingerichtet haben, darf sie natürlich den Rest der Wohnung erkunden. Ihr Gefühl wird Ihnen sagen, wann es soweit ist.

Puh, geschafft. Alles ist im neuen Zuhause angekommen, zumindest einmal körperlich und materiell. Nun liegt´s an der Zeit und auch an Ihnen, es den Miezen so gemütlich und schön wie möglich zu machen. Wohnungskatzen haben sich in der Regel schnell an die neue Umgebung gewöhnt. Wahrscheinlich sind sie neugierig und finden alles spannend. Auch in den noch nicht ausgepackten Kisten zu wühlen, is der Hammer. Zeigen Sie Ihrer Mieze, wo Sie nun den Futterplatz und vor allen Dingen die Standorte der Katzentoiletten geplant haben, bevor´s ein Malheur gibt. Viel Zuwendung, Spiel, Spaß und Schmuseeinheiten, sowie den ein oder anderen Leckerbissen helfen den Miezen, sich einzuleben. Aber was ist denn jetzt mit den Freigängern? Die reißen da drin nach schneller Befriedigung der Neugier rasch den Bau ab. Aber da müssen Sie jetzt durch. Mindestens vier Wochen heißt es Hausarrest und dann können Sie in Begleitung mal immer wieder mit dem Freilaufkatzi hinaus gehen. Sie muss ja wissen, dass Sie jetzt hier wohnt und auch bitte hier zu bleiben und nicht wieder zum alten Zuhause zurück zu kehren hat, was durchaus nach einem Umzug auch mal vorkommen kann. Am Rande, aber wichtig: Denken Sie daran, Tasso über die Adressänderung zu informieren.

In der Regel ist nach den ersten Wochen das meiste gegessen und alle sind nun auch mental angekommen. Die Miezen haben auch verstanden, dass sie jetzt woanders wohnen und fühlen sich bestenfalls wohl.

Kurzformat und Fazit: Mit den richtigen Hilfsmittelchen und ein paar kleinen Richtlinien (Mieze zieht zuletzt aus bzw. ein) ziehen Mieze und Dosenöffner recht unkompliziert ins neue Heim um.

Erfolgreiches Umziehen und einen guten Start im neuen Zuhause wünscht in diesem Sinne
Ihre Tanja Hansen

Zur Autorin:
Tanja Hansen betreibt seit 2007 mit Herz und Leidenschaft einen professionellen Catsitting Service im ganzen Saarland und verfügt über eine umfangreiche Fachkompetenz mit geschultem Blick, Wissen und Empathie. Sie beherbergt Katzen in jedem Alter, Hunde und Meerschweinchen. Ihre Kernkompetenzen liegen neben der individuellen, liebevollen Betreuung von Haustieren in der artgerechten Haltung und Ernährung der Tiere. Mehr Informationen gibt es unter www.catsaar.de.

Zum Weiterlesen:
Artikel rund um Bachblüten auf pfotenhieb.de
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Category: Aktuelle Beiträge

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