Buchbesprechung: Keine Verdachtsmomente

Katzen sind die besseren Detektive, jedenfalls im Fall von Perserdame Gorgonzola, die als Drogenspürkatze ihre hündischen Konkurrenten gnadenlos in den Schatten stellt. Zusammen mit ihrem Frauchen Deborah Jane Smith soll sie in einem schottischen Hotel bei Edinburgh einem Ring von Heroinschmugglern auf die Schliche kommen. Nach einer Reihe als Unfälle getarnter Todesfälle geraten jedoch auch DJ Smith und ihre eigenbrötlerische Gefährtin in tödliche Gefahr.

„Keine Verdachtsmomente“ ist ein spannender und humorvoller Kriminalroman, der nicht zu vergleichen ist mit den Katzenkrimis aus der Felidae-Reihe. Nicht Katze Gorgonzola ermittelt, sondern ihr Frauchen. Die Perserdame assistiert lediglich und das auch nur recht widerwillig, angesichts der für eine – zumindest halbe – Rassekatze fast schon unzumutbaren Arbeit. Nicht immer bedeutet ihr Handeln Erfolg für die Mission, denn wenn Gorgonzola nicht im Dienst ist, geht sie typisch kätzischen Beschäftigungen nach – beispielsweise Angeln im Hotelteich. Gorgonzola besitzt generell viele typisch kätzische Eigenschaften, wenn diese auch manchmal etwas übertrieben dargestellt sind: Selbstverständlich hat sie sich ihr Frauchen ausgesucht und nicht umgekehrt, sie hat eine Neigung zu besonders edlem Futter, ist eigenwillig, eitel und wenig verschmust und ihr Tagesablauf besteht vor allem aus Schlafen, Fressen und gelegentlichem Herumstromern.

DJ Smith scheint sich Gorgonzola im Laufe ihres Zusammenlebens angepasst zu haben. Katzengleich, als wäre sie mit sieben Leben ausgestattet, kann sie einer tödlichen Gefahr nach der anderen nur knapp entrinnen. Dabei erscheint sie dem Leser stellenweise recht unprofessionell, ja tollpatschig, was auch ihre Kunst, sich in kurzer Zeit in eine vollkommen andere Person zu verwandeln und nie um eine Ausrede verlegen zu sein, nicht bessert. Es macht die Ermittlerin zwar durchaus sympathisch aber auch etwas fragwürdig, wie sie bei der Observation der Verdächtigen im von unten einsehbaren Teich des Botanischen Gartens untertauchen muss, um nicht erwischt zu werden. Auch der Begriff „ostentativ“ wiederholt sich etwas zu häufig, schmälert das Lesevergnügen aber, genauso wie gelegentlich aufgegriffene Absurditäten wie Katzenkunst und –mode, nur geringfügig. Dieses Buch ist empfehlenswert für alle, die gerne lachen, Krimis lesen und Katzen mögen.

von Jessica Rohrbach

Buchinformation:

Helen und Morna Mulgray
Keine Verdachtsmomente
Lady Detective Smith und Gorgonzola in Schottland
aus dem Englischen von Anke und Eberhard Kreutzer
Bloomsbury Berlin
Juli 2009
348 Seiten, gebunden
19,90 Euro
ISBN 978-3-8270-0794-0

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