Pfotenhieb auf dem Amazon Kindle

Die neuen E-Book-Reader wie der Amazon Kindle wird immer beliebter, nicht nur Amazon kann einen starken Anstieg der Verkaufszahlen von elektronischen Büchern verzeichnen. Sogar die Pfotenhieb-Magazine lassen sich über den Geräten lesen – wenn auch nicht optimal…

ein kleiner Testbericht von Lena Landwerth

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Copyright: Amazon.com, Inc.

Wir hatten ja schon vor einiger Zeit im Pfotenhieb-Blog von den neuen E-Book-Readern und den Möglichkeiten für Online-Magazine berichtet. Nun halte ich endlich auch ein solches Gerät in den Händen… 😀 Der Markt für E-Book-Reader ist zwar noch nicht zu groß, dennoch gibt es viele verschiedene E-Book-Reader mit zum Teil unterschiedlichen Funktionen – und noch größeren Preisunterschieden…

Für den Amazon Kindle habe ich mich aus einem ganz einfachen Grund entschieden: Aufgrund der Preisbindung für deutschsprachige Bücher erhalte ich die Digitalausgaben deutscher Romane nur für den Preis des gebundenen (!) Buches. Das macht für mich keinen Sinn, schließlich bin ich nicht bereit, für den eingesparten Platz im Bücherregal die Differenz zu einer eventuell vorhandenen Taschenbuchausgabe zu zahlen… Privat lese ich gerade englische Bücher generell lieber im Original, die günstigste Bezugsquelle für englischsprachige E-Books ist Amazon – und darum macht es mir auch nicht viel aus, dass der Amazon Kindle nur das Amazon-eigene E-Book-Format .azw auslesen kann und man so vorerst auf englischsprachige Bücher beschränkt ist.

Zuerst einmal zum Gerät: Der von mir bzw. meinem zweibeinigen Schatz 😉 gekaufte Kindle gehört der zweiten Generation an. Beziehen kann man das Gerät nur über die amerikanische Amazon-Homepage amazon.com, hier gibt es auch die passenden E-Books sowie Magazine und Zeitungen für den Kindle. Während der Kindle1 aufgrund seines eher klobigen Designs, das an die ersten Gameboys erinnerte, gerügt wurde, kann der neue Kindle2 hier durchaus punkten: Ein puristisches Design ganz in weiß, bleitstiftdünn und dennoch ein Fassungsvermögen für bis zu 1.500 E-Books. Besonders skeptisch war ich gegenüber dem Bildschirm, da ich das Lesen am Computer sehr viel anstrengender Finde als das Schmökern in einem „richtigen“, gedruckten Buch. Falsch gedacht! Alle E-Book-Reader der neuen Generation verfügen über eine Technologie namens „E-Ink“ (englisch für „elektronische Tinte“ – eine tolle Erklärung gibt es hier auf wikipedia.de), auf der es sich trotz Bildschirm wie in einem gedruckten Buch lesen lässt. Das Geheimnis: Der Bildschirm an sich ist nicht wie ein Computer beleuchtet, Energie wird nur zum Neuanordnen der Buchstaben und nicht zum Anzeigen an sich benötigt. So lässt es sich tatsächlich wie auf richtigem Papier lesen!

Der Bildschirm des Kindle ist zwar mit einer Bildschirmdiagonale von 6 Zoll (entspricht etwa 15,24cm) etwas kleiner als die meisten Bücher, da die Schrift aber je nach Belieben größergestellt werden kann, ist das kein Problem. Die Bedienung an sich ist intuitiv, mit dem großen Button zum weiter- und zurückblätter, einem Menü-Button, einem kleiner Joystick sowie einem Home-Button freundet man sich schnell an. Das Umblättern selbst geht schnell nach einer kurzzeitigen Verdunkelung des Bildschirm vonstatten, durch das Bewegen des kleinen Joysticks werden einem sogar die Erklärungen der englischen Begriffe angezeigt – das Oxford Englisch Dictionary ist im Gerät integriert. Über 3G-Netz ist es sogar möglich, direkt vom Kindle aus online Bücher im Amazon-Store zu bestellen und sich diese innerhalb von wenigen Sekunden auf das eigene Gerät liefern zu lassen.

Pfotenhieb auf dem Amazon Kindle
Pfotenhieb auf dem Amazon Kindle

Darüber hinaus kann der Kindle sogar DOC- und PDF-Dokumente anzeigen – also auch die Pfotenhieb-Magazine! Diese kann man sich über eine geringe Gebühr entweder auf die Kindle-eigene Mailadresse liefern lassen oder per USB-Kabel vom PC aus auf den Kindle kopieren. Ich habe letzteres ausprobiert und konnte so schon in wenigen Sekunden das neuste Pfotenhieb-Magazin auf dem Gerät öffnen. Leider sind PDF-Magazine statisch, im Gegensatz zu den eigentlichen E-Book-Formaten ist hier keine Vergrößerung der Schrift möglich – wer PDFs auf dem Kindle lesen will, muss also gute Augen haben… 😉 Auf dem schwarz-weißen Bildschirm des Kindles wird das farbige Pfotenhieb-Magazin zudem nicht optimal dagestellt. Trotzdem ist dies eine neue Chance für PDF-Magazine, die aber speziell für derartige Reader optimiert sein sollten, damit sie auch gut lesbar sind. Der seit neusten auch auf dem deutschen Markt erhältliche Kindle DX macht Hoffnung auf einen Markt für elektronische Magazine.

Die neue Entwicklung bietet zudem neue Chancen für Autoren: Diese können Bücher für den Kindle über die Kindle Digital Text Platform (DTP) veröffentlichen und so einen gewissen Anteil des Verkaufspreises als Einnahme verbuchen – ab Juni 2010 will Amazon die Anteile auf bis zu 70 Prozent steigern. Die Erlöse aus gedruckten Büchern sind sehr viel geringer, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann…

Kurz und gut: Ich persönlich kann den Kindle nur empfehlen – und das nicht nur, weil er das Pfotenhieb-Cover toll anzeigt (s. Foto oben)… 😉 Für das Lesen von PDFs ist er nicht optimal, da bei den statischen Dateien keine Scroll- oder Vergrößerungsfunktion möglich ist. PDF-Magazine für E-Book-Reader sollten also auf diese optimiert sein oder gleich in den entsprechenden Formaten verfasst werden! Besser eignen könnte sich hier der größere Kindle DX, der nun auch auf dem europäischen Markt erhältlich ist.

Übrigens haben wir als digitale Katzenzeitschrift unseren Pfotenhieb-Blog nun um das Thema „Elektronische Medien“ ergänzt. Sie finden also neben Artikeln aus der Katzenwelt ab sofort viele Neuigkeiten rund um E-Publishing, E-Books, E-Magazines und digitale Lesergeräte bei uns im Pfotenhieb-Blog! Mit speziellen Technik-Blogs können wir hier zwar nicht mithalten, bieten aber hoffentlich genau die Dosis Fachwissen für technikbegeisterte Katzenfreunde…

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