Stammzelltherapie soll nierenkranken Katzen helfen

Die Colorado State University setzt sich schon seit Jahren mit Stammzelltherapie als Behandlungsform für nierenkranke Katzen auseinander. Nun hat die Universität eine neue Studie gestartet, um den Einsatz von Stammzellen zur Verbesserung der Nierenfunktion bei Katzen mit chronischem Nierenversagen zu prüfen.

Von Lena Landwerth

Foto: Markus Walti / pixelio.de
Stammzelltherapie: Eine Chance für nierenkranke Katzen? Foto: Markus Walti / pixelio.de
Gerade ältere Katzen sind anfällig für chronisches Nierenversagen. Dennoch wissen Tierärzte und Wissenschaftler bisher sehr wenig über die genauen Risikofaktoren und mögliche Therapiewege. Bisher war eine Nierentransplantation die einzige Möglichkeit, erkrankten Katzen zu helfen.

Um chronisches Nierenversagen besser zu verstehen und neue Therapiewege zu finden, untersuchen Dr. Jessica Quimby, die Leiterin der Studie, und ihre Kollegen Katzen mit chronischem Nierenversagen im vierten Stadium. „Bisher haben wir uns vor allem auf Katzen fokussiert, die sich in einem früheren Stadium der Krankheit befinden“, erklärt Dr. Quimby bisherige Studienergebnisse. „Dabei ist uns aufgefallen, dass es den wenigen Katzen mit fortgeschrittener Erkrankung während der Studie sehr gut erging. Wir sollten die Möglichkeit, dass Stammzellen auch Katzen mit fortgeschrittenem Nierenversagen helfen könnten, in Betracht ziehen.“

Auch, wenn Stammzellen geschädigte Nieren nicht reparieren können, hoffen die Wissenschaftler, dass sie die Funktionalität der Organe stabilisieren und weiterhin aufrechterhalten können. Die Studie könnte zudem einen positiven Effekt für laufende Untersuchungen im humanmedizinischen Bereich haben.

Stammzelltherapie wird von der Öffentlichkeit kritisch gesehen. Grund ist dabei auch eine fehlende Aufklärung um Funktionsweise, mögliche Gefahren und Nutzen des noch neuartigen Therapieweges. Als Stammzellen werden Körperzellen bezeichnet, die noch keine feste Gestalt angenommen haben und sich so in verschiedene Zelltypen oder Gewebe ausdifferenzieren können. Sogenannte „embryonale Stammzellen“ können sich zu jedem Gewebetyp entwickeln. Ältere, adulte Stammzellen, werden aus bereits ausdifferenzierten Gewebe ausgewachsener Individuen gewonnen und haben nur noch die Fähigkeit, sich in bestimmte Zelltypen zu differenzieren.

Mittlerweile ist bekannt, dass Fettgewebe die wichtigsten körpereigenen Zellen, darunter Stammzellen, enthält. Für die Studie der Colorado State University der Studie werden darum Stammzellen aus dem Fettgewerbe junger, gesunder Katzen gewonnen – der Prozess ist schmerzfrei, die Katzen werden nicht verletzt und verspüren auch sonst keine Nebenwirkungen der Stammzellenentnahme. Die so gewonnenen „adulten“ Stammzellen werden den kranken Katzen alle zwei Wochen intravenös injiziert. Im Körper der erkrankten Katze sollen sich die Stammzellen in Nierengewerbe differenzieren und so die Nierenfunktion unterstützen. Laut Aussage der Universität gab es bei bisherigen Studien keinerlei Komplikationen. Das größte Risiko bestände in einer Infektion, sollten sich die Stammzellen in der Blutlaufbahn anreichern. Um dieses zu vermelden, werden die Stammzellen stark verdünnt und langsam injiziert. Weitere Nebenwirkungen werden mit leichter Übelkeit, ähnlich einer Impfreaktion, beschrieben. Tierhalter haben die Option, die Teilnahme an der Studie jederzeit abzubrechen.

Auch, wenn sich das deutsche Stammzellgesetz nur auf menschliche Stammzellen bezieht, gibt es bisher keine vergleichbaren Studien im deutschsprachigen Bereich.


Links

Stammzelltherapie auf Wikipedia
Stammzellen aus Fett: Information der Universität Wien
Yahoo-Group „Nierenkranke Katzen“
Information der Universität Colorado über die Stammzellenstudie
Stammzellentherapie für Katzen mit chronischem Nierenversagen

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