Trinkt Ihre Katze genug?

Die Hauskatze stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten. Sie gehört zur Gattung Felis, die neun Arten umfasst. Eine davon ist die Falbkatze, von der unsere Hauskatze abstammt. Ihrer Abstimmung nach sind Hauskatzen „Wüstentiere“ – sie haben kein großes Bedürfnis, den Wassernapf aufzusuchen, und trinken von Natur aus wenig. Den Großteil der benötigten Flüssigkeit nehmen sie über die Nahrung auf. Tierheilpraktikerin Monika Weßeling gibt Tipps, wie Sie dafür sorgen können, dass Ihre Katze genug Feuchtigkeit zu sich nimmt.

von Monika Weßeling

Die Katze hat die Fähigkeit, einen Großteil der benötigten Feuchtigkeit über die Nahrung aufzunehmen. Gerade bei einer Trockenfütterung ist es aber wichtig, dass die Mieze zusätzlich Wasser zu sich nimmt. Foto: Shutterstock.com
Die Katze hat die Fähigkeit, einen Großteil der benötigten Feuchtigkeit über die Nahrung aufzunehmen. Gerade bei einer Trockenfütterung ist es aber wichtig, dass die Mieze zusätzlich Wasser zu sich nimmt. Foto: Shutterstock.com
Mensch und Katze bestehen zu 70 Prozent aus Wasser. Daher müssen Sie darauf achten, dass Ihre Katze genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Denn für den Körper ist Wasser absolut notwendig zum Überleben! Ein Großteil des Nassfutters besteht bereits zu etwa 80 Prozent aus Feuchtigkeit. Bei Trockenfutter muss die Katze natürlich weitaus mehr Flüssigkeit aufnehmen als bei Nassfutter, denn in Trockenfutter ist nur wenig Wasser enthalten – nur maximal 8 Prozent. Die Katze sollte im Durchschnitt 45 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken. Eine 5 Kilogramm schwere Katze hat demzufolge einen Wasserbedarf von etwa 225 Millilitern.

Tipps und Tricks
Der Katze sollte die Möglichkeit gegeben werden – wie in der freien Natur – an unterschiedlichen, voneinander entfernten, Stellen zu trinken. In der Natur liegen Wasserstelle und Fressplatz immer auseinander – darum trinkt keine Katze gerne neben ihrem Fressnapf, manche verweigern dann sogar komplett das Wasser. Das kann zu schweren Erkrankungen und zur Austrocknung führen. Der Trinknapf sollte daher unbedingt entfernt vom Fressnapf stehen. Bezüglich des Ortes sind ansonsten keine Grenzen gesetzt. Katzen mögen es, an ganz unterschiedlichen Orten zu trinken – auf dem Boden, auf dem Regal usw. Probieren Sie es einfach aus.

Wichtig ist auch die Größe des Wasserbehältnisses. Sie können hier mehrere Größen ausprobieren: Es gibt kleine Näpfe, aber auch große Schalen. Viele Katzen mögen es sehr, aus großen Schalen zu trinken, andere bevorzugen kleinere Krüge. Benutzen Sie nach Möglichkeit Keramik oder Metallnäpfe, diese sind auch sehr leicht zu reinigen. Bitte nehmen Sie keine Plastiknäpfe, da diese Schadstoffe abgeben können.

Nach Möglichkeit sollten Sie Ihrer Katze mehrere Trinknäpfe zur Verfügung stellen. Das Wasser sollte nicht in der Sonne stehen – die meisten Katzen bevorzugen kaltes Wasser. Katzen haben auch bei der Wasser“sorte“ einen unterschiedlichen Geschmack: Manch eine mag das Leitungswasser wegen dem zugesetzten Chlor nicht. Hier sollte auf Wasser aus der Flasche ausgewichen werden – natürlich ohne Kohlensäure. Einige Katzen mögen nur fließendes Wasser und trinken gerne direkt aus dem Kran. Probieren Sie doch mal den Einsatz eines Brunnens für Ihre Samtpfote aus, es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Katzenbrunnen-Modelle.

Das Wasser sollte mehrmals täglich gewechselt werden. Viele Katzen lieben aber auch abgestandenes Wasser und trinken gerne aus Behältnissen, die nicht für sie gedacht sind – zum Beispiel aus der Gießkanne oder im Extremfall aus dem Aquarium. Bitte achten Sie in diesen Fällen darauf, dass dem Wasser keine Chemikalien, Waschmittel, Haushaltsreiniger oder ähnliches zugesetzt sind.

Viele Katzen lieben abgestandenes Wasser. Foto: Shutterstock
Viele Katzen lieben abgestandenes Wasser. Foto: Shutterstock
Wie viel Wasser braucht die Katze?
Sie sollten das Trinkverhalten Ihrer Katze immer im Auge behalten. Viele Katzen trinken in Stress-Situationen weniger, beispielsweise wenn Handwerker im Haus sind, um zu renovieren. Doch wenn die Katze langfristig zu wenig trinkt, kann ihr Körper austrocknen oder es bilden sich Kristalle im Urin. Diese können eine schmerzhafte Blasenentzündung verursachen. Der Harn wird zu stark konzentriert und dann besteht die Gefahr einer Nierenerkrankung.

Richten Sie sich bezüglich der benötigten Trinkmenge an die oben genannten Zahlen: Die Katze sollte 45 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Eine 5 Kilogramm schwere Katze hat demzufolge einen Wasserbedarf von etwa 225 Millilitern. Dies sind aber nur Richtlinien: Die Katze hat wie schon erwähnt die Fähigkeit, einen Großteil der benötigten Wassermenge über die Nahrung aufzunehmen. Ebenso wie der Mensch besteht ein erhöhter Bedarf an Flüssigkeit im Fall von Durchfallerkrankungen oder Erbrechen. Bedenken Sie auch, dass säugende Katzenmütter und Kitten mehr Wasser trinken müssen.
Ihre Katze kann den Großteil der benötigten Feuchtigkeit über die Nahrung aufnehmen – idealerweise hochwertiges Nassfutter. Haben Sie Sorge, dass Ihre Katze zu wenig trinkt, können Sie das mit einem Test schnell prüfen: Ziehen Sie die Hautfalte aus dem Nackenbereich Ihrer Katze hoch, diese muss sofort weggehen und darf nicht „stehen bleiben“. Dann besteht die Gefahr der Austrocknung und Sie sollten vorsichtshalber einen Tierheilpraktiker oder Tierarzt aufsuchen.

Wenn die Katze zu viel trinkt, kann dies auf eine Nierenerkrankung oder Diabetes hinweisen. Auch hier ist dann ein Besuch bei Ihrem Tierheilpraktiker oder Tierarzt angebracht. Denn Katze ist nicht gleich Katze, viele Katzen trinken viel und sind völlig gesund. Sie trinken beispielsweise im Sommer mehr, haben viel gespielt, waren besonders aktiv oder haben sich sehr viel geputzt… Bei anderen kann die ungenügende Aufnahme von Feuchtigkeit zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.

Information: Wie trinken Katzen?
Katzen „löffeln“ das Wasser nicht, sie „beißen“ vom Wasser ab. Sie tauchen ihre Zunge nicht tief in das Wasser ein. Stattdessen legen sie ihre Zunge auf die Oberfläche des Wassers und ziehen sie dann sofort wieder zurück. Dabei entsteht eine „Flüssigkeitssäule“, diese kann die Katze dann abbeißen/auffressen.

Zur Autorin:
Monika Weßeling unterstützt Pfotenhieb als ehrenamtliche freie Autorin mit Schwerpunkt Tierheilkunde. Die Tierheilpraktikerin hat sich mit ihrer mobilen Tierheilpraxis auf Katzen spezialisiert – mittlerweile gehören auch Hunde und Pferde zu ihrem Repertoire. Sie schloss ihre Ausbildung zur Tierheilpraktikerin 2014 bei der Alterna Medica in Düsseldorf ab. Zudem ist sie ausgebildete Tierverhaltenstherapeutin für Katzen, ihr Diplom erhielt sie beim Twardokus-Institut in Mühlheim. Monika Weßeling ist Mitglied im Verein deutscher Tierheilpraktiker und bildet sich regelmäßig fort – 2016 möchte sie ihre Therapien um Akupunktur ergänzen. Sie teilt ihr Zuhause mit fünf orientalischen Katzen.

Weitere Infos zur Autorin gibt es unter http://www.tierheilpraxis-wesseling.de/.

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