Wildkatzenhybride: Katzenrassen auf dem schmalen Grad zwischen Faszination und Artenschutz

Titelfoto: Olesya Nakipova/Shutterstock.com


Maine Coon, Burma und Abessiner sind längst keine Besonderheit mehr in der Katzenwelt. Wer ein wirklich einzigartiges Tier sein Eigen nennen will, setzt auf ein Quäntchen Wildkatzenblut: Wildkatzen-Hybride sind der neuste Schrei in der Zuchtwelt. Besonders sind sie – doch sind derartige Kreuzungen auch immer besonders gut für das Tier? Von dem schmalen Grad zwischen Tierliebe, Faszination und artgerechter Haltung.

von Lena Landwerth

Bengalkatze mit grünen Augen. Foto: Olesya Nakipova/Shutterstock.com
Bengalkatze mit grünen Augen. Foto: Olesya Nakipova/Shutterstock.com

Noch Anfang des neunzehnten Jahrhunderts waren Großkatzenhybride Mode in den westlichen Zoos. Was sich für Tiergärten als nicht praktikabel erwies, ist dennoch auf die Kleinkatzenwelt übergeschwappt: Sogenannte Wildkatzenhybride werden mit immer mehr Begeisterung aus der Verpaarung wilder Katzenarten mit einer domestizierten Hauskatzenrasse geschaffen. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Bengal, entstanden aus der Kreuzung einer zahmen Hauskatze mit einer wilden Bengal-Katze. Die Verpaarung einer zahmen Hauskatze mit einem Serval wurde zur Savannah. Schön sind die neuen Katzenrassen, das muss man ihnen lassen. Bengalen und Savannah überzeugen mit einem langgestreckten Körperbau und einzigartigen Flecken, sie sind aufgeweckt und interessiert.

Auch die amerikanische Firma „Lifestyle Pets“ bietet neben hypoallergenen Tieren Wildkatzenhybride an: Ashera Cats, eine Kreuzung zwischen dem afrikanischen Serval und dem asiatischem Leoparden. Die Tiere wiegen laut Unternehmen bis zu 18 Kilogramm, werden bis zu 25 Jahre alt und kosten zwischen 22.000 und 28.000 Dollar. Die neue Katzenart soll besonders intelligent und besonders verspielt sein (hier geht es zu einem eigenen Artikel über Ashera Cats).

Ein Schmusetiger, der mit gewissen Eigenheiten eines Raubtieres glänzt – das aber natürlich nur im tragbaren Rahmen, denn die Hybride sollen durchaus für die Wohnungshaltung geeignet sein. Die neuste Schöpfung: Caracats (oft auch Karacats oder Karakats genannt). Caracats sind Verpaarung aus einem Karakal, einer mittelgroßen Raubkatze aus Westasien, dem mittleren Osten und Afrika, sowie Maine Coons. Im Jahr 2010 wurde ein deutsch-österreichisches Zuchtprojekt bekannt, samt der Eigengründung der „International Foundation for Wild and Hybrid Cats“ mit eigenen Rassestandards und Zuchtrichtlinien durch die Züchter. Kitten wurden noch nicht geboren, das Projekt wurde mittlerweile eingestellt und alle Informationen von den Seiten der ehemaligen Züchter entfernt. Ein weiterer Maine Coon Züchter aus der Nähe von München hat sich nun den Traum von einem Karakal erfüllt. Die Ursprünge der Caracat Zucht liegen in den USA – hier wurden Karakale mit Abessiniern gekreuzt (Link zur Homepage einer amerikanischen Cattery mit Fotos). Das Ziel ist eine Katze mit dem wilden und einzigartigem Aussehen eines Raubtiers und dem umgänglichen Charakter einer Hauskatze. Klingt faszinierend anders und faszinierend einfach – doch ist es das auch?

Der "Wüstenluchs" genannte Karakal soll Stammvater einer neuen Katzenrasse sein. Quelle: Wikipedia, Van3000, United Tribes ov Europe
Der „Wüstenluchs“ genannte Karakal soll Stammvater einer neuen Katzenrasse sein. Quelle: Wikipedia, Van3000, United Tribes ov Europe

Die biologische Seite

Direkte Kreuzungen aus Wild- und Hauskatze nennt man „F1“-Tiere – aus einer erneuten Kreuzung mit einer Hauskatze wird ein „F2“-Tier und so weiter.

Gefährlich ist schon die Paarung zwischen Haus- und Wildkatze: Ein ungewohnter Geruch und unterschiedliche Körpersprache führen hier schnell zu Missverständnissen. Wildkatze bleibt Wildkatze und niemand kann garantieren, dass auch die angeblich handzahme Wildkatze im Eifer des Gefechtes nicht etwas zu grob mit der körperlich unterlegenen Hauskatze umgeht oder sie gar als Futter oder Feind ansieht.

Unterscheiden sich die gekreuzten Arten in ihrem Körperbau zu sehr, kann das Austragen eines Hybriden der F1 oder F2 Generation durch den Größenunterschied der Arten leicht zum Tod der kleineren Mutterkatze führen. Dazu kommt eine grundlegend unterschiedliche Tragedauer: Eine domestizierte Katze trägt so durchschnittlich 63 Tage – die Tragezeit von Karakalen wird je nach Quelle etwa zwischen 73 bis 80 Tagen angegeben, die eines Servals zwischen 72 bis 75 Tagen. Das kann zu unreif geborenen Hybridkitten ohne Saugreflex führen, die notwendige Handaufzucht sorgt oft für mangelnde Sozialisierung. Je länger die Mutterkatze trägt, umso besser sind die Überlebenschancen der Kitten – gleichzeitig steigt das Risiko für die Mutter auf Grund der zu großen Kitten.

Andere Probleme mit ähnlichen Auswirkungen ergeben sich bei Austragen der Kitten durch ein Wildkatzen-Muttertier: Eine gefährliche Paarung für die männliche Hauskatze, der Größenunterschied bei der Begattung und die eventuelle Verweigerung, die für die Wildkatzenmutter extrem kleinen Kitten aufzuziehen.

Entsprechend hoch ist die Sterberate der Föten im Mutterleib. Kein Wunder: Selbst bei nahe verwandten Arten passt die Physiologie nicht immer zusammen. Das zeigt sich schon bei Rassemixen von Hauskatzen: Die Nachkommen einiger Kreuzunge können einen durchweg unglücklichen Körperbau mit entsprechenden gesundheitlichen Einschränkungen und durch die unglückliche Verkettung rezessiver Gene mehr Erbkrankheiten als andere Katzen aufweisen. Dass sich das Problem bei einer Kreuzung mit Groß- und Wildkatzen weiter multipliziert, liegt auf der Hand. Dazu kommt die häufig vorkommende Sterilität der Nachkommen nach Haldanes Regel. Die Hauskatze besitzt biespielsweise 19 Chromosomenpaare, die Kleinfleckenkatze nur 18. Die „Safari-Katze“ genannte Kreuzung ist steril. Weibliche Savannah-Katzen sind ab der F1 Generation fruchtbar, fruchbare Männchen treten aber frühestens ab der F3 Generation, oft aber erst ab F4 oder F5, auf. Laut Joy Geisinger, der Besitzerin der vermutlich ersten Kreuzung in den USA, sollten auch die männlichen Nachkommen der ersten fünf Caracat-Generationen unfruchtbar sein.

1998 entstand die erste Caracat in einem Zoo in Moskau – trotz künstlicher Zooumgebung angeblich ohne Absicht. Summiert man alle Schwierigkeiten bei der Zucht von Hybridkatzen kommt dieses einem Sechser im Lotto gleich. Um einen Karakal zu einer erfolgreichen Paarung mit einer Hauskatze zu bewegen, müsste er idealerweise mit dieser aufwachsen. Doch mit einer erfolgreichen Verpaarung und Geduld ist es nicht getan.

 

Die Asiatische Leopard-Katze, Stammvater der Bengal-Katze. Foto: Arno van Dulmen/Shutterstock.com
Die Asiatische Leopard-Katze, Stammvater der Bengal-Katze. Foto: Arno van Dulmen/Shutterstock.com

Das Verhalten

Das Wildkatzenwesen kann sich auch bei gezähmten Elterntieren an die Kitten weitervererben. Hört sich die „Wildkatze im Wohnzimmer“ noch romantisch an, vergeht die Freude doch schnell, sobald das Tier aggressiv wird. Bei handaufgezogenen Kitten zeigt sich dieses Verhalten oft mit dem Eintritt der Geschlechtsreife, besonders ausgeprägt bei Tieren der F1 und F2 Generation.

Eine starke Neigung zu territorialem Verhalten und Markieren wird auch bei kastrierten Hybridkätzinnen beobachtet. Werden die Raubkatzen mit dem Hang zum spektakulären Fang von Vögeln aus der Luft auch im Iran heute noch zur Jagd abgerichtet, ist es doch unvollstellbar, dass diese Wildtiere sowie ihre Nachkommen wie eine normale Hauskatze gehalten werden können.

Patrick Rühl, Besitzer eines der ersten zahmen Karakale in Deutschland und Mitbegründer der geplanten deutsch-österreichischen Caracat-Zucht, hat ein anderes Bild von den Hauskatzeneigenschaften der Wildkatze: „Karakale und Servale sind dafür prädestiniert, mit Menschen zusammenzuleben. Aufzeichnungen belegen, dass sie sich selbst in freier Wildbahn vermehrt in der Nähe von Menschen aufhalten und von manchen Urvölkern sogar heute noch ohne Zwang als Haustiere gehalten werden. Verantwortungsvolle Halter, die vielleicht auch noch hin und wieder einen Spaziergang mit ihrem Karakal oder Serval unternehmen wollen, werden dem Tier also völlig gerecht“, so Rühl auf seiner Homepage. (Kurz nach Erscheinen dieses Artikels führte Pfotenhieb mit Herrn Rühl ein Interview über das geplante Zuchtprokjekt, mittlerweile hat er seine Homepage offline genommen (Stand: Januar 2015))

 

Ab wann ist eine Hybridkatze eine Hauskatze? Im Bild: Eine Savannah-Katze. Foto: kuban_girl/Shutterstock.com
Ab wann ist eine Hybridkatze eine Hauskatze? Im Bild: Eine Savannah-Katze. Foto: kuban_girl/Shutterstock.com

Die rechtliche Seite

Doch wann endet das Wildkatzendasein, wann beginnt die Hauskatzenwelt? Laut CITES, dem Washington Artenschutzabkommen, gelten Tiere der F1 Generation als Wildtiere. Auch das Bundesnaturschutzgesetz stellt fest, dass hybride Tiere, bei denen in den vorangegangenen vier Generationen ein oder mehrere Exemplare einer geschützten Art vorkommen, wie reine Arten unter die Artenschutzbestimmungen fallen und dementsprechend im Handel beschränkt sind. Für Wildkatzenhybride bis zur F4-Generation gelten also auch in Deutschland entsprechenden artenschutzrechtliche Bestimmungen ( Verordnungen vom 22. Juli 2010, Vollzugshinweise zum Artenschutzgesetz): Die Katzen benötigen als Nachkommen geschützter Tierarten bei Einfuhr in die EU eine CITES-Bescheinigung mit einer entsprechenden Haltungsgenehmigung.

[Stellungnahme:] Über Haltungsbestimmungen für Tiere der Generation F2 bis F4, die sich schon in der EU befinden, gibt es statt dessen Verwirrung. Wer Aussagen möchte, muss sich durch Gesetzestexte wühlen. Ein Hinweis hat uns zu weiteren Recherchen nach Veröffentlichung dieses Artikels bewogen und ergeben, dass die zitierten Artenschutzgesetze nur für die Einfuhr in die EU gelten und nicht für den innereuropäischen Handel. Das bedeutet: Wer ein Tier der Generation F1 bis F4 in die EU einführen will, muss ein entsprechenes CITES-Zertifikat beantragen und die benötigten Haltungsbestimmungen nachweisen. Für die reinen Wildtiere sowie ihre direkten Nachkommen gelten nach wie vor auch beim Handel innerhalb der EU gesonderte Haltungsbedingungen. Zumindest auf Seite des Artenschutzgesetzes konnten wir aber keinerlei gesetzliche Beschränkungen für den innereuropäischen Handel und die Haltung von Hybridkatzen ab F2 finden, sofern sie legal in die EU eingeführt wurden. Die Aussagen der Ämter bei telefonischen Nachfragen von Züchtern haben verschiedene und teilweise gegensätzliche Aussagen ergeben.

Eine direkte Stellungnahme von offizieller Behördenseite gegenüber Pfotenhieb liegt uns noch nicht vor – wir werden weiter nachforschen, ein Schreiben liegt dem Bundesministerium bereits vor. Wir bitten Sie, die in diesem Artikel gegebenen Informationen zum Thema Meldepflicht bis zur endgültigen Klärung mit Vorsicht zu genießen.

Ähnlich in unseren Nachbarländern: In Schweden ist die Haltung von Wildkatzenhybriden sogar grundsätzlich untersagt – auch hier gelten die Gesetze bis zur F4-Generation. Katzen der F5- oder weiteren Generationen dürfen als Haustiere gehalten werden. In Großbritannien ergibt sich ein ähnliches Bild: Die Bengal beispielsweise benötigt als Nachkomme der Prionailurus Bengalensis eine offizielle CITES Lizenz bis zur fünften Generation. Die Savannah der F1 und F2 Generation werden in Großbritannien nicht als domestizierte Katzen eingestuft.

Bürokratie oder Tierschutz? Die Meinungen gehen hier auseinander – unter Katzenfreunden und Katzenzüchtern und selbst unter Fachleuten wie Tierärzten und Biologen.

 

Die Haltung

Für geschützte Arten gelten bestimmte Haltungsbestimmungen in Deutschland: Das Bundesamt für Naturschutz fordert so für Wildkatzen und ihre direkten Nachkommen unter anderem ein Außengehege von mindestens 15 Quadratmetern Größe. Gar nicht so schwierig wie es klingt? „Es steht jedem frei, den Garten entsprechend einzuzäunen. Erfahrungsgemäß lieben unsere Tiere jedoch das direkte Zusammenleben mit den Menschen und bevorzugen daher das Haus als unmittelbaren Lebensraum“, schrieb Tiertrainer Rühl 2010 auf seiner mittlerweile nicht mehr erreichbaren Homepage über Savannah- und Caracat.

Andere Züchter sehen das anders. Anita Behr, Züchterin von Savannah, beschreibt die ideale Haltung der Rasse folgendermaßen: „Sie brauchen einen gesicherten Garten oder zumindest einen mit variablen Klettermöbeln ausgestatteten vernetzten, großen Balkon.“ Die Züchterin gibt zudem zu bedenken, dass die Generationen F1 bis F4 dem Artenschutzgesetz unterliegen: „Savannah dieser Generationen sind meldepflichtig, sie benötigen nach den Artenschutzgesetz ein Außengehege sowie ein beheiztes Innengehege von jeweils 15 Quadratmetern.“ Auch Bengalkatzen-Züchter Harald Fuchs stellt auf seiner Homepage heraus, dass sich gerade die Haltung von Bengal-Hybridtieren der F1 und F2 Generation von denen zahmer Hauskatzen unterscheidet. „Eine artgerechte Katzenhaltung solcher Wild- und Hybrid-Kätzchen und Katzen ist auf Dauer nur möglich, wenn die Besitzer von vorne herein die Bedingungen zur artgerechten Wildkatzenhaltung erfüllen und dementsprechende Gehege bauen, mit beheiztem Innenteil und großflächigem Gehege im Garten. Gemeint sind moderne, artgerechte Kleinkatzengehege“, so Fuchs.

Savannah-Züchterin Renate Remplein sieht das ähnlich. „Den Wild-Hybridkatzen Interessenten wird oft vorgegaukelt, die Haltung und die Ernährung sei wie bei jeder anderen Katze. Doch ein Serval oder eine Savannah F1 – F2 – F3 sollte einen möglichst annähernd artgerechen Lebensraum  und Futter erhalten“, verrät sie im Gespräch mit Pfotenhieb. Ihr eigener Serval durfte sich bis zu einem Alter von sieben Monaten frei im Haus bewegen, dann war dies aufgrund seines Temperaments nicht mehr möglich. „Blumentöpfe, Vasen, Lampen fielen ihm zum Opfer, der Flachbildfernseher konnte gerade noch gerettet werde. Auch ausserhalb des Geheges im elektronisch gesicherten Garten war keine Sicherheit mehr gegeben.“ Der Serval zog mit einer Savannah-Kätzin aus dem eigenen Bestand von seinem ursprünglichen Gehege, das zweimal so groß war wie von den Behörden vorgesehen, in ein noch großzügigeres Gehege – mit fast 100 Quadratmetern, 3,50 Meter hohen Wänden, Wasserstelle, Steinhöhle, viel Klettermöglichkeiten und einem großen Innenraum. Die Nachzucht der beiden lebt bei der Züchterin, „denn für eine F1 ist unser Gehege bestens geeignet und sie darf natürlich in den Garten und ins Haus.“ Remplein gibt zudem noch zu bedenken dass „wer einen Serval halten kann und will, sollte ein nicht zu kleines Kitten zu sich nehmen. Es werden meistens Jungservals zwischen einem Alter von fünf Tagen und vier Wochen angeboten, unser Kater war acht Wochen alt, als er zu uns kam.“

Der Mittelweg

All diese Fakten zu einem gehbaren Mittelweg auszubauen ist schwer. Wir möchten hier keinesfalls grundsätzlich gegen Hybridkatzenrassen wie Savannah, Bengal, Chausie und Co. sprechen, ist die Faszination derartiger Katzen doch leicht nachzuvollziehen. Wildkatzenhybride sind schön und etwas wirklich Besonderes, keine Frage. Ab einer späteren Generation unterscheidet sich auch ihre Haltung nur gering von der anderer bewegungsliebenden Katzenrassen. Dennoch hat die Zucht in den ersten Generationen Nachteile und Gefahren, die nicht zu verachten sind.

Motivation einer Zucht sollte nicht allein die einer faszinierenden Neuschöpfung sein. Züchter sollten sich generell fragen, welche Art Katzenfreund ihrem Nachwuchs ein artgerechtes Leben ermöglichen kann – das gilt umso mehr für Hauskatzen mit Wildtierblut. Was passiert mit Nachkommen, die nicht nur den Körperbau, die Aktivität und Sprungkraft ihrer wilden Vorfahren geerbt haben, sondern auch ein Wesen aufweisen, das sich nicht mit einer Haltung im Haus vereinbaren lässt?

Einen Weg zu gehen, den die Natur nicht vorgesehen hat, ist mit modernen Zuchtmethoden möglich – dennoch sollte hier nicht nur an das Zuchtziel an sich gedacht werden, sondern auch an die Katzen, die dahinterstehen, egal ob Elterntiere oder Nachwuchs.

Mehr Infos

Aufgrund der Brisanz dieses Themas werden wir in den nächsten Wochen einige Spezialartikel zur artgerechten Haltung und Ernährung von Wildkatzenhybriden veröffentlichen.

Informationen zu Artenschutzverordnungen:

Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten laut EU

Bundesartenschutzverordnung

Washingter Artenschutzübereinkommen, Informationen auf Deutsch

Wissenschaftliches Informationsystem zum Internationalen Artenschutz:

Regulation of Trade in animal hybrids CITES

Weitere Informationen der EU zum Handel mit geschützten Arten

Zum Weiterlesen:

Verwirrung über Ashera-Cats: Einzigartiges Lifestyle-Accessoire, neue Rasse  oder völliger Schwindel?

Interview zur geplanten Caracat-Zucht

Interview mit Dr. Mircea Pfleiderer, Assistentin von Paul Leyhausen, bei Tier.tv

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83 Gedanken zu „Wildkatzenhybride: Katzenrassen auf dem schmalen Grad zwischen Faszination und Artenschutz

  • 7. November 2010 um 16:23
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    Obwohl es mir schwer fällt, möchte ich nun hier auch mal etwas zum Thema beitragen, vielleicht hören dann diese primitiven Anrufe angeblicher Interessenten für unsere F1 – Kitten auf.

    Servalkater Azeem kam von der Zucht Shetani (Renate Remplein) zu uns. Dies geschah jedoch nicht aus Zwang, sondern weil Renate für ihren Azeem das Beste wollte. Ich hoffe sehr, wir werden ihren Erwartungen gerecht! Es bestand jederzeit die Möglichkeit, Azeem zu Renate zurück zu geben, wenn er sich nicht gut einleben würde oder sich andere Probleme zeigen sollten. Wie gut sich Azeem bei uns eingelebt hat, zeigen unsere F1 Kitten. Nachwuchs gibt es ja bekanntlich nur, wenn das Tier sich wohl fühlt.
    Wer jetzt gleich wieder an das Märchen von Zwangsverpaarung denkt, der soll mir mal erklären wie das gehen soll….?
    1. Unsere F1-Kitten sind durch völlig natürliches Paarungsverhalten entstanden – nicht durch Zwangsverpaarung! Die Savannahkatze hatte ausreichend Möglichkeiten sich dem Serval Azeem zu entziehen, tat dies aber nicht, sondern bot sich ihm an. (wer es nicht glaubt, kann sich bei mir persönlich Videoaufnahmen davon anschauen). Natürlich machte der Größenunterschied es nicht leichter, doch jeder hat doch auch schon von sogenannten „Unfällen“ z.B. Verpaarungen eines Jack-Russel-Terriers mit einem Kurzhaar oder so gehört – Größenunterschied ähnlich!
    2. Beim Nackenbiss kommt es wie beim Tragen von Jungtieren zu einer Beißhemmung! (Also erstmal Wissen aneignen und dann seinen Senf hier abgeben!) Unsere Savannah hatte nach der Verpaarung keinen Kratzer und hat noch einige Wochen gemeinsam mit Azeem im Gehege gelebt, bevor sie wegen der anstehenden Geburt getrennt wurden.
    3. Die Kitten waren bei der Geburt nicht größer als die, die sie bei einer Verpaarung mit einem F5 Kater hatte, die Geburt war am 65. Tag völlig problemlos, die F1 Kitten voll entwickelt und in der Lage selber zu trinken!
    Die F1 Kitten wachsen aber erheblich schneller als unsere nur drei Wochen älteren Kitten der F4 Generation.
    4. Die Kitten werden komplett von der Mutterkatze aufgezogen, eine Handaufzucht ist nicht notwendig.
    5. Seit ihrer 4. Lebenswoche kommen die zwei bei Annäherung sofort auf uns Menschen zu um uns zu begrüßen und tun ihren Unmut kund, wenn wir sie verlassen. Sie sind sehr am Kontakt zu uns Menschen interessiert. Das ist sicher auch darauf zurück zu führen, dass sie durch ihre Mutter geprägt werden, die als Savannah der 4. Generation eben keine Wildkatze ist und auch keinerlei scheues oder gar angriffslustiges Verhalten (was auch einige „normale“ Hauskatzen haben) zeigt.
    6. Das Spiel mit ausgefahrenen Krallen kann man einer Katze (auch der Hauskatze) abtrainieren – jedoch solte man damit eben nicht warten, sondern von Anfang an darauf achten!

    Das Gleiche gilt für viele unerwünschte Verhaltensweisen, doch leider werden viele Katzen genauso wie viele Hunde vermenschlicht und irren in der „grenzenlosen“ Welt des Menschen umher. Die Freiheit, die der Mensch meint seinem geliebten Tier geben zu müssen, ist für viele Tiere eine Strafe – sie werden abgegeben oder isoliert. Die freie Natur setzt jedem Tier natürliche Grenzen und keine Wildkatze greift dort ein ihm überlegenes Tier an und schon gar nicht grundlos! Dort wird jede Energie gespart, die man nicht aufbringen muss. Die Frage an dieser Stelle ist doch die, muss ich mein Tier zwingen, Berührungen oder Zudringlichkeiten über sich ergehen zu lassen, die es nicht will und die für sein Wohl nicht nötig sind!? Wer die Körpersprache seines Tieres kennt, weiß, wo Schluss sein muss! Das gilt nicht nur für Wild- oder Hybridkatzen! Da jedoch viele Tierhalter sich leider mit dieser Thematik zu wenig auseinander setzen, bleibt ein großer Teil der Verantwortung bei uns Züchtern. Es ist an uns, geeignete Zuchttiere zu wählen und noch wichtiger geignet Menschen, an die wir unsere Tiere geben.
    Es ist bei Hybridzucht nach meiner Meinung unbedingt großer Wert auf das Wesen der Zuchttiere und das WESEN DER ZÜCHTER zu legen und eben nicht nur auf das Erscheinungsbild der Tiere. Verantwortungsvolle Züchter schließen auch mal ein Tier (oder gar eine Rasse), sei es noch so schön und/oder rassetypisch von der Zucht aus, wenn es unerwünschte Wesenszüge zeigt. Da das aber finanzielle Verluste mit sich bringt, gibt es leider nach wie vor Züchter, die das ignorieren. Man sollte deshalb die Hybridzucht nicht komplett als schlecht ansehen, sondern immer den einzelnen Züchter und seine Handlungen betrachten! Ein Züchter, der sagt, seine Tiere (egal welche) seien problemlos für jeden geeignet und alles ist nur super – der will nur Geld verdienen – sonst nichts! Ein verantwortungsvoller Züchter fragt immer nach den Lebensumständen des zukünftigen Halters und erwähnt auch mögliche Schwierigkeiten.
    Nicht jede Tierart und nicht jede Rasse passt zu jedem Menschen oder eben zu seinen Lebensumständen!
    Zu einigen Menschen passt aber eben auch ein Serval oder eine F1 Savannah und es geht beiden Spezies gut dabei!

    Almasi Savannahcat

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  • 8. November 2010 um 12:54
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    Guten Morgen Herr Rühl.

    Mit einem „alias“ kann ich leider nicht dienen, dafür habe ich keine Verwendung. Wenn Sie solchen Foren aus Prinzip fern bleiben, wie konnten Sie dann meine Enthüllung über Sie lesen? Wie konnten Sie dann Ihren letzten Beitrag verfassen???

    Nichts für Ungut, wir wollten ja alle sachlich bleiben, daher freuen wir uns alle riesig über Ihre neue HP, ich bin sicher daß Sie uns die dann auch auf diesem Weg mitteilen werden, ein bißchen Eigenwerbung kann ja nie schaden 😉

    Nur mal freundlich nachgefragt: Vielleicht würde es Ihnen Freude bereiten mal sachliche und fachliche Informationen hier einzusetzten? Eine Züchterin hat ja schon das Eis gebrochen und den Kopf über den Bauch siegen lassen. DAVOR habe ich allerhöchsten Respekt, und solche Leute verdienen höchste Anerkennung, ich denke daß dies auch alle Leser und Kitten-Interessierte so sehen. Transparenz bedeutet nicht daß man Fenster im Haus hat, man sollte auch mal die Gardinen beiseite schieben!

    Mit vorzüglicher Hochachtung
    Ihr T. Bischoff

    P.S.: Nur Mut, Sie schaffen das! Andere Züchter haben sich auch durchgerungen.

  • 8. November 2010 um 18:43
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    Herzlichen Dank, Frau Albertsmeyer, für die Mitteilung Ihrer Erfahrungen!

    Sie sprechen mir so aus der Seele, vor allem was das Wesen und den Charakter von Tieren UND Züchtern (!) angeht… 😉

    Ein paar Fragen hätte ich noch, vielleicht sind sie auch für diejenigen interessant, die sich hier ernsthaft mit der Thematik befassen.

    zu 1. Erst letzte Woche habe ich ein Seminar für Katzenzüchter besucht, das von dem bekannten und geschätzten Verhaltensbiologen PD Dr. Udo Gansloßer gehalten wurde. Letztendlich geschieht die Partnerwahl ja durch die Kätzin. Allerdings wies er darauf hin, daß eine Kätzin auch einen ihr nicht so „geeignet“ erscheinenden Kater „erhört“, wenn sie keine „Alternative“ hat.
    Daher meine Frage: ist es, zumindest aus Ihren Erfahrungen, zwischen Serval und Savannah/Hauskatze (bei Ihren Verpaarungen) echte Zuneigung oder „Notstand“? 😉

    zu 2. die Beißhemmung wird bei Jungkatzen ja bereits im Spiel mit den Geschwistern und der Mutter erlernt. Aber immer gibt es auch „Grobmotoriker“! Mein (kastrierter) Hauskater ist z.B. im Dominanzverhalten sehr ruppig (Aufreiten mit Nackenbiß ist ja auch eine Dominanzgeste), so daß meine (ebenfalls kastrierte) Kätzin schon ab und zu „Macken“ hat, da sie das Aufreiten konsequent abwehrt, aber körperlich um ca. 3 kg unterlegen ist.
    Könnte (Könnte!) es sein, daß der Wildkatzenkater durch die größere Kieferkraft nun doch die Kätzin verletzt, wenn die Kätzin den Versuch des Aufreitens / den Nackenbiß abwehren würde?

    zu 5. Wildkatzenkitten fast jeder Art (auch bei Großkatzen) sind bei Hausaufzucht (und erst recht bei Handaufzucht) sehr zutraulich und menschenbezogen.
    Bei der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist aber bekannt (ich kenne die Forscherin Marianne Hartmann-Further aus der Schweiz persönlich), daß diese Zutraulichkeit spätestens im Alter von 6 Monaten recht schlagartig aufhört. Die Wildkatzen werden dann scheu – bekannte Pfleger bekommen sie dann noch zu Gesicht (können sie aber auch nicht mehr anfassen), Fremde gar nicht mehr.
    Beim Gepard weiß man jedoch, daß er gewissermaßen leicht „zähmbar“ ist (evt. ähnlich wie der Karakal, der in früheren Zeiten ebenfalls als Jagdgefährte gehalten wurde), und auch als erwachsenes Tier sehr menschenbezogen bleibt.
    Wie sind hier die Erfahrungen mit Servalen bzw. F1?

    @B.William: hier noch einempfehlenswerter Link von mir, http://www.savannahcat.de
    Die Seite hatte ich mal entdeckt, weil ich mich sehr für naturnahe Katzenernährung einsetze. Und Hybride sind ja nun geradezu angewiesen auf eine artgemäße Ernährung, die nicht aus „Industriepampe“ besteht!

    Zur „Mischlingsbildung“: wenn ausschließlich die jeweils „guten“ Eigenschaften dominant vererbt würden, und die „schlechten“ rezessiv, gäbe ich Ihnen recht.
    Leider ist Genetik nicht so einfach! Es gibt z.B. auch Krankheiten/Defekte, die dominant vererbt werden. Und Genetik hält sich auch nicht an „Kochrezepte“.
    Manche Krankheiten sind z.B. geschlechtsgekoppelt. Trägt z.B. das Vatertier einen Defekt dominant auf seinem X-Chromosom, kann er diesen an seine weiblichen Nachkommen weitergeben.
    Andere Defekte werden rezessiv vererbt. Wenn beide Elterntiere diesen Defekt aufweisen,wird ein Teil der Welpen (lt. Statistik 25%) den Defekt ebenfalls aufweisen.
    Aus diesen Gründen finden Sie z.B. auch bei Mischlingen HD und andere Erkrankungen vor. Vielleicht nicht so häufig, aber immerhin!

    Um die genetische Verarmung der Linien zu durchbrechen, wird ja z.B. in der Rassekatzenzucht auch „outcross“ verpaart (wenn es der Verband zuläßt). In der Hundezucht ist man leider noch längst nicht so weit, aber auch hier findet langsam ein Umdenken statt, vor allem seit dem enthüllenden und aufwühlenden BBC-Bericht über Rassehundezucht in Großbritannien 2008.
    „outcross“ findet aber mit anderen Hauskatzenrassen statt, es fallen hier keine Hybride.

    Beim Menschen ist m.E. die kulturelle Vielfalt entscheidend.
    Kinder von Eltern zweier verschiedener Kulturräume (ich kenne z.B. deutsch-japanische und indisch-deutsche Menschen) wachsen häufig zweisprachig auf und erhalten durch ihre interkulturellen Eltern und Verwandten vom Säuglingalter an viel mehr „Input“! Diese Menschen mögen „intelligenter“ erscheinen (ob sie es tatsächlich sind, dazu müßte man wohl objektive Tests machen) – sicherlich aber haben sie schon deshalb Vorteile, weil sie sich in verschiedenen Kulturen heimisch fühlen bzw. bewegen können. Ob diese Menschen diese Vorteile auch nutzen, ist dann wieder die Entscheidung des Einzelnen. 😉

    Ja, Menschen haben schon immer gemacht, was sie wollten. Sicher hätte es viele positive Fortschritte im menschlichen Dasein ohne diesen Drang nicht gegeben! Aber wir sehen doch auch negative Folgen, z.B. für Natur und Umwelt. Deswegen ist das „Wollen“ kein Freibrief, sondern verantwortungsvoll zu betrachten.
    Ist es nicht einfach an der Zeit, daß wir Menschen nicht mehr allem unseren Willen aufzwingen, sondern die Belange der Umwelt und Natur wieder mehr berücksichtigen? „Homo sapiens“ heißt ja nicht „der denkende“, sondern der „weise, einsichtsvolle“ Mensch!

    Aber wir wollten ja bei den Katzenhybriden bleiben… 🙂
    Da würde ich mir ebenfalls mehr Weisheit und Einsicht wünschen.

    @ Herr Rühl: freut mich, daß Sie als (u.a.) Karakalhalter durch sachliche Information zur Diskussion beitragen wollen!
    Wäre nett, wenn Sie durchgeben, sobald die neue Seite online ist.

  • 9. November 2010 um 16:34
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    Ein paar ergänzende Fragen hätte ich noch an Herrn Rühl:

    Wie sehen Sie aus biologischer Sicht die Tragzeit-Unterschiede zwischen Karakal und Hauskatze? Es handelt sich schließlich um ca. zwei Wochen Differenz, das ist bei einer Katze doch eine ganze Menge. Wie sich das auf die Fötenentwicklung auswirkt, ist vermutlich nicht vorhersehbar, aber Überlegungen können ja durchaus angestellt werden.

    Wie sind Karakale allgemein im Umgang mit Hauskatzen?
    Daß gut sozialisierte Servale auch gut mit Hauskatzen interagieren, dürfte außer Frage stehen. Welche Erfahrungen gibt es diesbezüglich mit Karakalen? Die Halter-Gemeinde ist ja eher klein…
    Ich stelle mir hier z.B. gemeinsames Spiel vor: sind Karakale hier in der Lage, die Hauskatze etwas „pfleglicher“ als ihresgleichen zu behandeln – selbst eine große Maine Coone ist ja kräftemäßig unterlegen.
    Aus diesem gegenseitigen Umgang ließe sich ggf. auch auf das „Gefahrenpotenzial“ des Paarungsaktes für den Main Coone-Partner schließen.

    Ist eine wissenschaftliche Begleitung der Caracat-Zucht vorgesehen? Für Biologen wäre dies ein interessantes Aufgabenfeld. Gerne kann ich einen Kontakt zu einem Ethologen herstellen, dessen Team das Projekt sicher gerne begleiten würde.

  • 12. November 2010 um 14:06
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    Hallo Frau Schäfer,
    zur ersten Frage kann ich nur auf die Erfahrungen anderer Züchter zurückgreifen, aus denen sich schließen lässt, dass sich nicht jede Katze vom Serval decken lässt, auch wenn es „Notstand“ gibt. In der Zucht ist es ja im Allgemeinen der Katze nicht möglich, sich den geeigneten Kater selber auszusuchen – dann wäre es ja keine gezielte Zucht! Aber sie lassen sich auch nicht immer von jedem Kater decken!

    Zu dem Thema der Verletzungsmöglichkeiten beim Deckakt – Paul Leyhausen war Professor für Verhaltensforschung und beschäftigte sich über Jahrzehnte mit Katzen und ihrem Verhalten. Es gibt von ihm ausführliche Forschungsergebnisse zum Thema Nackenbiss! Bei Interesse einfach mal in seinem Buch „Katzen – eine Verhaltenskunde“ nachlesen! Schon sind diese Unklarheiten beseitigt. Die „Grobmotoriker“ wird es sicher immer geben, wie es auch Katzenmütter gibt, die ihre Kitten fressen.

    Zur Scheu: Ich gehe jetzt mal nur von dem Serval Azeem aus, der bei uns lebt. Er ist nicht im Geringsten scheu, obwohl er nicht bei uns aufgewachsen ist! Er zeigt sich auch Fremden, obwohl er ausreichend Versteckmöglichkeiten hat! Hier kommt es sicher wie bei vielen Tieren auf die Sozialisierung an. Wird das Tier (Serval oder F1) frühzeitig mit vielen Umwelteinflüssen vertraut gemacht und macht dabei und auch später mit dem Menschen keine negativen Erfahrungen, dann wüßte ich keine Parameter, die aus einem zahmen ein scheues Tier machen sollten, wenn regelmäßiger Kontakt zum Menschen gegeben ist. Genau das macht ja die Auswilderung von Handaufzuchten vieler Arten so schwer. Der Name des Servals leitet sich aus dem Portugiesischen ab, und die Wortwurzel bedeutet übersetzt soviel wie „Luder“. Die Bezeichnung bekam er vermutlich, weil er eben die Nähe des Menschen nicht scheute, sondern sich ähnlich dem Wolf verhielt. Seine „Diebstähle“ bestraft man in seiner Heimat bis heute leider noch durch Bejagung!
    Was die Eignung als Jagdbegleiter angeht, steht sicher nicht im direkten Zusammenhang mit Scheu. Wie man ein Tier zur Jagd abrichtet ist sicher nicht jedem bekannt – mir schon! Daher weiß ich auch, dass dieses Tier bestimmte Eigenschaften besitzen muss, um zur Jagd geeignet zu sein – das ist in erster Linie Greifwillen!!!!!!!! Ob der beim Spiel später noch gefragt ist ….? Meine Frage an dieser Stelle – wie menschenbezogen sind Falken!? Warum kommen sie bei der Jagd zum Menschen zurück? Warum werden sie nur aus dem Handschuh gefüttert? Ganz einfach – tausche gut gegen besser! Hat die Hauskatze früher gemeinsam mit dem Menschen gejagt? Nein, sie war dem Menschen nur von Nutzen, weil sie Schädlinge fern hielt – dafür wurde sie mit Futter „belohnt“ – Symbiose! Welche Tierart der bessere Jagdbegleiter ist, entscheidet die Art des zu bejagenden Wildes! Außerdem finde ich dieses ewige aufgreifen dieses Arguments nicht gut – Hetzjagd ist in Deutschland verboten! Ich sehe keinen Grund, der heute noch erlauben sollte, ein Tier auf ein anderes zu hetzen! Jagen ja -aber weidgerecht! Früher setzte man noch mehr als Karakale den Geparden ein – warum wohl!? Schnelligkeit – diese war nötig, weil man noch nicht die entsprechenden Waffen hatte! (Heute nur um die Kosten für entsprechende Munition zu sparen oder aus „Spaß“ am Tierkampf – Jäger sollten nämlich gezielt schießen können und kein Flugzeug oder gar Menschen treffen!!!!! ) Ist der Gepard deshalb das geignete Tier für die Hybridzucht? Wurde die Jagd mit Geparden vielleicht auch nur besser dokumentiert und überliefert, weil sie nur den gehobenen Klassen vorbehalten war und dort als besonderes Privileg galt!?
    Jagen Geparden und Luchse vielleicht ehr auf Rehartige als der Serval, der ja bekanntlich Nager und kleine Vögel bevorzugt!?
    Mich würde sehr interessieren, ob es möglich ist, einen Karakal jederzeit vom Wild abzurufen oder ob er nur Beute „tauscht“ – quasi Beute apportiert!? Jeder zugelassene Jagd-Gebrauchshund muss in einer Prüfung nachweisen, dass er abrufbar ist!
    Sorry – wieder teilweise Thema verfehlt! Aber vielleicht mal was zum Nachdenken über das „tierliebe“ Wesen einiger Züchter, die ihre fachliche Kompetenz beispielsweise damit nachweisen wollen, dass sie mit einem Karakal jagen können! Die Eignung zur Jagd soll auch gleichzeitig die Eignung für die Hybridzucht beweisen – sehr fragwürdiges Argument!

    Noch was zum Nachdenken: Der große Schweißhund wurde zur Sklavenjagd eingesetzt und heute ist er Jagdbegleiter! Geht das auch umgekehrt?

    Almasi Savannahcats

  • 15. November 2010 um 18:11
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    Hallo Frau Albertsmeyer,
    besten Dank für Ihre infomativen Ausführungen!

    Den Vergleich des Jagdbegleiters habe ich tatsächlich nur gewählt, um eine gewisse Menschenbezogenheit darzustellen, nicht als Argument für eine Hybridzucht!
    Denn der Jagdfalke wird ja gezielt handaufgezogen, um ihn auf den Menschen zu prägen.
    Daß aber dies keine Garantie ist, daß die Vögel zurückkehren, davon können diverse Falkner wohl ein Lied singen. Manchmal ist der Freiheitsdrang einfach stärker.

    Hier fände ich interessant, ob die in Privathand gehaltenen Servale handaufgezogen oder von der Mutter aufgezogen wurden. Und wenn letzteres: handelt es sich um eine Hauskatzen- oder eine Servalmutter?
    Ob es Unterschiede in der Menschenbezogenheit oder „Zahmheit“ dadurch gibt? Ganz entscheidend ist sicher, wie die Mutter den Welpen den Umgang mit Menschen vermittelt, und daß die Welpen dann ihrerseits ebenso keine schlechten Erfahrungen machen.
    Angenommen, man könnte einen Serval halten wie eine Freigänger-Hauskatze. Würde er ebenfalls in seinem Revier herumstreifen, ab und zu einen Kleinsäuger jagen, aber gerne zum Halter zurückkehren, z.B. zum Schmusen und Schlafen, und weil er die Gesellschaft „seiner“ Menschen sucht?

    Und welche Unterschiede gibt es dann im Verhalten von Servalen und Karakalen? Ist der Karakal noch „ursprünglicher“ und eher bereit zu „verwildern“, weil noch nicht über mehrere Generationen in Menschenhand gehalten?

    Daß es immens schwer ist, „zahme“ Geparde auszuwildern, hat z.B. der „Gepardenmann“ Matto Barfuss erleben müssen. Wir Menschen sind ziemlich schlechte Ersatzlehrer, wenn es um das Thema Beutemachen geht!
    Außerdem geht ein handaufgezogener Gepard natürlich auf den Menschen (und seine Siedlungen) zu, was im Freiland zu große Problemen führt.
    Einen Serval verscheucht man vielleicht nur, wenn er den Siedlungen zu nahe kommt, aber ein Gepard wird i.d.R. getötet.

    Daß es möglich ist, mit Karakalen, Geparden, oder Greifvögeln jagen zu gehen, heißt ja nicht, daß man es auch muß. Nicht ohne Grund ist die „tiergestützte Jagd“ z.B. in Deutschland verboten!
    Abgesehen davon, daß Hybride als Jagdbegleiter wohl eh‘ nicht dienen könnten – denn man möchte ja eigentlich die „zahme Wildkatze“ züchten, der die Beuteschärfe der Raubkatze gerade NICHT inne wohnt.

    Zu einer tiergerechten Auslastung können ja jederzeit Beuteattrappen verwendet werden.
    Letztlich sind unsere Stoffbällchen, Angeln oder Spielmäuse für die Hauskatze nichts anderes!
    Was passiert, wenn passionierte Jagdhunderassen nicht ausgelastet werden (was natürlich ebenso mit Attappen, z.B. beim Apportieren, geht), sieht man dann an den armen Wauzis, die wegen „Überforderung“ ihrer Halter im Tierschutz landen…

    Zum Nackenbiß habe ich nochmal nachgeschaut. Ja, natürlich greift der Kater eigentlich ins „lose Nackenfell“. Aber ein Karakal dürfte mehr Kraft im Kiefer haben. Es reicht ja, wenn er unabsichtlich ein wenig fest packt, da Kiefer und Zähne ein anderes „Kaliber“ haben. Ein Karakalkater wird nicht „zarter“ zu einer Hauskatze sein, sondern sein ganz normales Verhaltensrepertoire ausüben.
    Leyhausen hat in o.g. Buch ja das Verhalten der innerartlichen Paarung beschrieben, nicht das einer zwischenartlichen Paarung. 😉
    Gerade unter der losen Haut von Katzen bilden sich durch Verletzungen gerne Abszesse oder lang unentdeckt bleibende Entzündungen. Aufpassen sollte man also allemal, aber dies sollte man sicherlich bei jeder Zuchtkätzin.

    Bei einer neuen Hybrid-Zucht handelt es sich es sich um ein „Experiment“, das muß man ganz klar sagen. Experimente mit/an lebenden Tieren sollte man auch ethisch bewerten (dürfen). Aber ich denke, das haben wir weiter oben auch schon auseichend ausgeführt.

  • Pingback: Uns gehen die Interviewpartner aus « Pfotenhieb-Blog

  • 16. November 2010 um 21:33
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    Guten Abend Frau Landwerth.

    Das sagt uns doch vor allem eines: Es besteht kein Interesse an neutralen Informationen, diese könnten ja die bereits gefällten Vorurteile existenziell bedrohen! Über die Tatsache daß es offensichtlich Drohanrufe und Drohbriefe gibt braucht man ja wohl nicht weiter zu reden, das sagt doch schon alles über diejenigen aus die dem Irrglauben verfallen sind daß ihre Meinung (mit ein wenig „Nachdruck“) in die Welt getragen werden muß. Wer sich nun an den Geschichtsunterricht erinnert fühlt der hat damals gut aufgepaßt! Von den Kreuzzügen bis zu den Nazis ist es doch immer das Gleiche gewesen, nur die Stufe der Gewalt(bereitschaft) variiert immer ein wenig. Diese Menschen glauben immer wieder daß sie die Welt verbessern können & müssen, aber damit erreichen sie nur daß sie mit ihren Spinnereien den ECHTEN Tierschützern Schaden zufügen, denn die werden mit solchen geistigen Super-Gaus dann in einen Topf geworfen!

    An die selbsternannten Weltverbesserer: Verbessert den Menschlichen GEN-Pool dieses Planeten bitte einfach dadurch daß ihr euch selbst aus diesem entfernt, das wäre mal wirklich aktiver Mensch- Welt und letztlich auch Tierschutz!

    Im Voraus allerverbindlichsten Dank für eure Mithilfe.

  • 21. November 2010 um 16:51
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    Schade, daß wir hier schon wieder „abdriften“.
    Ich denke, den meisten Lesern ist, wie mir, an sachlicher und fachlicher Aufklärung zum Thema gelegen.
    Zu einer umfassenden Meinungsbildung sollten m.E. keine Unterstellungen oder „Angriffe“ gehören, sondern Fakten.

    Was mich z. B. noch interessieren würde: wie kompensieren Serval und Hauskatze eigentlich die unterschiedliche Tragzeit?
    Nun handelt es bei Serval und Hauskatze „nur“ um ca. eine Woche Unterschied. Bei Karakal und Hauskatze erhöht sich dieser Unterschied auf ca. 2 Wochen. Könnte es also z.B. dazu kommen, daß die Föten nicht ausreichend ausgebildet sind?
    Oder steuert das die Kätzin gewissermaßen alleine über ihren Hormonstatus, so daß keine Entwicklungsstörungen auftreten bzw. zu befürchten sind?

  • 21. November 2010 um 21:12
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    Hallo Frau Schäfer,

    wir bemühen uns aktuell um Interviewpartner aus dem Bereich, um derartige Fragen „aus erster Hand“ zu klären. In wenigen Tagen werden wir beispielsweise ein Interview mit Herrn Rühl veröffentlichen, in dem wir auch diese Probleme ansprechen.

    Da dieses Thema aktuell sehr im Fokus steht und teilweise sehr emotional gehandhabt wird, gestaltet sich die Suche nach Interviewpartnern aktuell leider als etwas schwierig (s. Beitrag im Pfotenhieb-Blog), wir hätten hierauf gerne schon viel schneller reagiert.

    Viele Grüße,

    Lena Landwerth

  • 22. November 2010 um 22:22
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    Liebe Leser,

    sollte ein persönlicher Kontakt zu dem ein oder anderen Kommentator gewünscht sein bitten wir Sie zu beachten, dass Pfotenhieb hier leider nicht als Kontaktperson fungieren kann. Bitte formulieren Sie Ihre Anfage nicht (!) als Kommentar, damit diese nicht versehentlich veröffentlicht wird.

    Viele Grüße,

    Lena Landwerth

  • 26. November 2010 um 08:06
    Permalink

    Das Interview mit Herrn Rühl ist ab sofort online: http://www.pfotenhieb.de/2010/11/25/caracat/

    Bitte beachten Sie auch bei einem derart umstrittenen Thema, dass ein Interview immer die Meinung des Interviewpartners wiedergibt – diese muss nicht unbedingt der Meinung der Redaktion entsprechen.

  • 6. Dezember 2010 um 19:50
    Permalink

    Hallo Andrea,

    dankeschön! Ich hatte schon vom Caracat-Artikel aus auf das Interview verlinkt, habe aber ganz vergessen, auch von hier aus zu verlinken. Da sieht man mal wieder: Vier Augen sehen mehr als zwei – vielen Dank!

    Lena

  • 8. Dezember 2010 um 11:42
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    Guter Bericht über die geplante Hybriden Rasse Caracal. Ich züchte seit eingen Jahren Katzen und habe mich davor mit vielen verschiedenen Rassen auseinander gesetzt. Ihr Verhalten studiert, nur schon bei den bestehenden Katzenrassen und hier spreche ich nicht von Bengal und Co. sondern von Maine Coon, Siam, Perser , Britisch Kurzhaar usw. sind die Charakterlichen unterschiede extrem. Die Rassekatzen zucht ist noch sehr jung im Gegensatz zur Hundezucht. Bis anhin wurde nicht bewusst auf den Charakter, Verhalten gezüchtet sondern rein nur auf optische Merkmale. Ein Teil des Verhaltens ist Genetisch Verankert , der andere Teil ist die Sozialisierung. Wenn nur schon innerhalb der Rassen solche extreme Unterschiede vorhanden sind auch bezogen auf die Indoorhaltung, wie Wild sind den die Hybriden…..!!!!! Ich selber habe Bengal F6 erlebt und Bengal x Balinesen. Solche Katzen sind nicht geeignet für die Indoor Haltung! Die Zukunft der Katzenhaltung wird aber eher Indoor gelager sein, ob wir nun dies gut finden oder nicht. Weil die Umwelt und unsere Art zu Leben es nicht überall erlaubt und immer weniger Katzen ins Freie zu lassen. Es sollte ein Umdenken stattfinden in der Katzen Catteryszene mehr auf Gesundheit und Charakter Merkmale gezüchtet werden mit dem grossen Genmaterial das bei den Rasse und Hauskatzen vorhanden ist. Wildkatzen einzukreuzen ist absolut unsinnig und hat mit Artenerhaltung der Wildkatzen nichts dergleichen zu tun.
    Ich finde es super das Sie alle Seiten aufzeigen dieses Vorhabens.
    Mit freundlichem Gruss A.Bickel

  • 9. Dezember 2010 um 10:13
    Permalink

    Guten Morgen, auf der HP der Zucht El-Dorado ist von dem Zuchtprojekt nichts mehr zu finden, somit wäre der Link in Ihrem Artikel hinfällig. Man hat anscheinend über Nacht alles von der HP genommen, was mit Karakal, Caracat oder dem gegründeten Verein zu tun. Ich finde, es ist ein seltsames Vorgehen, denn warum nehme ich als Mitgründer eines Vereins den Link zu demselben runter? Mir persönlich wird das Zuchtprogramm immer suspekter. Gruß J. Kayakus

  • 9. Dezember 2010 um 21:21
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    Hallo J. Kayakus,

    das ist sehr interessant, vielen Dank für das Update!

    Lena Landwerth

  • Pingback: Caracat 2.0 « Pfotenhieb-Blog

  • 10. Dezember 2010 um 09:11
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    Guten Morgen Frau Landwerth, zu den erneut von Ihnen angesprochenen Drohungen möchte ich der Fairness halber anmerken, dass mir bekannt ist, dass auch viele Leute Angst haben, ihr Wissen über ihren Interview-Partner öffentlich kund zu tun. Schade eigentlich….
    Wussten Sie, dass die Haltung von Karakalen in Österreich für Privatleute lt. Tierschutzgesetz verboten ist???? Was passiert jetzt mit dem bei Herrn Rühl „gekauften“ Karakal-Mädchen „KalaharI“? Sie lebte doch in Kärnten – ist aber auch plötzlich komplett von der HP verschwunden…. Warum kennt Herr Rühl als Experte nicht die behördlichen Auflagen der Länder, in die er Tiere verkauft. Kennt er sich vorrangig in Tschechien aus? Er hat doch von diesem Mädchen für seine Publicity „eine Langzeitstudie“ auf seine HP gesetzt – und nun? Wird das erste Opfer eines Handels nun nach Frankreich abgeschoben? Er hat doch geschrieben, dass der selbst gegründete Verein (IFWHC)sich von anderen abheben soll, wer genau liest erkennt keine Unterschieden zu den zig Katzenvereinen, die es bereits gibt. Mir stellt sich auch die Frage, wie ich einen Verein in Österreich gründen kann, in dem die Mitglieder mit Tieren handeln, deren Haltung bei Privatleuten in Österreich verboten ist? Aber sicherlich werden wir hierzu in Kürze auch Näheres erfahren…… Meine ganz persönliche Meinung über diese Zuchtgemeinschaft und deren Verein ist die: „Seriös und kompetent geht anders“ – da hat bereits in der Vorbereitung alles Hand und Fuß !! Kaum ist eine neue Veröffentlichung von Fachleuten da, wird die Seite des Vereins emsig umgeschrieben, und man versucht die Kompetenz anderer herunter zu spielen. Man scheint von den Ursprüngen nicht mehr wirklich überzeugt zu sein und ob das eine Basis für einen so „frischen“ Verein ist, wage ich zu bezweifeln……

  • 10. Dezember 2010 um 15:57
    Permalink

    Hallo J. Kayakus,

    vielen Dank für Ihren Beitrag! Auf diesen hin habe ich einmal nachgesehen und Informationen zu Kalahari gefunden: http://www.raubkatzen.africanspirits.de/index.php?rub_id=65. Leider liegen uns bezüglich der Haltungsbedingungen der Hybride F2 bis F4 immer noch keine Aussage der Behörden vor.

    Wir finden es sehr schade, dass das Thema Caracat derart emotional gehandelt wird. Leider hatten sogar einige unserer fachlich versierten Interviewpartner Drohbriefe und -anrufe von Seiten des Tierschutzes erhalten, ohne direkt mit der Caracat-Zucht in Verbindung zu stehen – sie mussten so in vielen Fällen vom Interview zurücktreten…

    Viele Grüße,

    Lena Landwerth

  • 10. Dezember 2010 um 22:25
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    Guten Abend Frau Landwerth, der Link den Sie eingestellt haben, hat lediglich den Text zum Inhalt, den auch die Besitzer des Karakal-Mädchens auf ihrer HP stehen hatten, nicht mehr und nicht weniger. Ich denke, dass im Leben so ziemlich alles emotional gesteuert wird, denn es wäre traurig, wenn wir im Bereich Leben wie Maschinen handeln würden – aber auch solche Menschen soll es geben. Bezüglich der Haltung von Hybriden F2 bis F4 stellt sich mir persönlich keine Frage, denn mein Verstand sagt mir, dass ich persönlich solche Tiere nicht brauche und ich persönlich wehre mich auch nicht gegen Bengal oder Savannah. Ich sage schlichtweg: „Es reicht, die Welt braucht keine Caracat“ – es sei denn, es gibt doch noch jemanden, der mir persönlich die Wichtigkeit dieser Schaffung klar darlegen kann. Inakzeptabel ist die Begründung, dass der Markt nicht gesättigt ist. Denn die Katze, die Mensch sich erträumt, die nur positive Eigenschaften besitzen darf, die wird es auf diesem Planeten nicht geben. Sollte es Drohungen durch den Tierschutz gegeben haben, hätte man nicht zwingend von einem Interview zurück treten müssen, man kann sowas auch anzeigen und soviel Courage haben, dass man zu seiner Überzeugung steht. VG Kyakus

  • 10. Januar 2011 um 17:50
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Kayakus,

    mir liegen keine gegenteiligen schriftlichen Informationen vor,dass Karakale in Österreich verboten sind. Auch hat sich die jetzige Besitzerin vorher genaustens informiert. Wir haben nun Mitte Januar und das Karakalmädchen ist immer noch da. Die Fakten sprechen für sich. Es folgt in den nächsten Wochen ein Update über den Werdegang von Kalahari.
    Das nach den ganzen unqualifizierten Anfeindungen , die teils schon strafrechtlich relevant waren ,sich manche Leute lieber aus der Öffentlichkeit zurückziehen,ist nachvollziehbar. Daraus eine Unseriösität abzuleiten ist nahezu grotesk.
    Das Aussagen von Pfleiderer und co von uns nicht umkommentiert bleiben,ist selbstredend. Wir sind ein Verbund von Züchtern und Haltern dieser Exoten, die über langjährige praktische Erfahrung verfügen und eine andere Sicht der Dinge haben, was durchaus legitim ist und unserer demokratischen Grundordnung entspricht, obwohl ich nach dem Verlauf der Diskussion eine mir aus dem Geschichtsunterricht bekannte „Demokratie“ erinnert werde
    Ich stehe zu meinem Vorhaben und habe dies auch auf meiner neuen Hybridhomepage entsprechend deutlich gemacht. Wir erwarten unseren Wurf im Jahr 2011 und haben durch die ganze Publicity natürlich auch schon etliche Interessenten !

  • 17. Januar 2011 um 09:38
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Rühl,
    von der Grammatik her, sagt doch Ihr erster Satz genau das aus, was ich im Netz gefunden hatte – die Haltung von Karkalen ist in Österreich verboten. Was wollen Sie denn nun sagen?
    Mir stellt sich auch die Frage, was unqualifizierte Anfeindungen sind – sind die Ihrigen qualifiziert, wenn Sie Frau Dr. Mircea Pfleider als „Pfleider und co“ titulieren? Gerne würde ich einmal die Person kennen lernen, die Sie erzogen hat.
    Gerne können Sie Ihre Homepage täglich, auch stündlich ändern und natürlich auch an Ihrem Vorhaben (Sie nannten es sonst immer „Zuchtprojekt“) festhalten. Es ist schon schade, dass Ihre Freunde kein Rückgrat haben und zu dem Vorhaben stehen – wenn man sich in die Öffentlichkeit begibt, gibt es leider auch immer Leute, die andere Meinungen haben. Wenn diese sich rechtswidrig verhalten, steht doch nichts im Wege, hier über einen Rechtsbeistand Einhalt zu gebieten.
    Ansonsten freuen Sie sich doch einfach, dass Sie nun durch Hilfe der Gegner ein Wirtschaftwunder erfahren werden und die Produktion beginnen kann.
    Ich wünsche Ihnen und Ihren Freunden viel Erfolg und gute Geschäfte. MfG j.Kayakus

  • 18. Januar 2011 um 10:04
    Permalink

    Ein Zitat:
    – – –
    Die Halbwölfe sind nicht das einzige Beispiel dafür, wie mehr und mehr Tierhalter in Deutschland sich Wildtierromantik ins Haus holen wollen. „Der Trend geht auch bei Katzen zum Wildnis-Mix“, sagt der Verhaltensforscher Dennis Turner. Eine Mode, die „verboten gehört“. Liebhaber zahlen bis zu 12 000 Euro für eine Bengal- oder eine Savannen-Katze. Je mehr Steppe im Blut, desto teurer das Tier. „Ethisch sind solche Kreuzungen nicht vertretbar“, sagt Turner, der in der Schweiz ein Institut für Haustierpsychologie leitet. „Weder Mensch noch Tier haben etwas davon.“
    – – –
    aus
    Welt am Sonntag
    Autor: Elke Bodderas 28.11.2010
    „Nur Nr. 3 dürfen Sie streicheln“

    Eine Übersicht über das östereichische Tierschutzgesetz findet sich z.B. hier:
    http://www.graz.at/cms/dokumente/10036477_297141/d8f1746a/skriptum-tierschutz.pdf

    Für die Wildtierhaltung gelten die Vorschriften der 2. Tierhaltungsverordnung:
    http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003860
    In dieser Verordnung findet sich
    § 9. Außerhalb von Zoos, die über eine Bewilligung gemäß § 26 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes verfügen, sowie von wissenschaftlichen Einrichtungen, die ihre Wildtierhaltung gemäß § 25 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes anzeigen, ist die Haltung folgender Wildtiere verboten:

    10. Kleinkatzen (Felini), alle Arten mit Ausnahme der Wildkatze (Felis silvestris) und des Luchses (Lynx lynx);

    Bis zu welcher Generation das bei Hybriden gilt, steht nicht in der Verordnung. Nach Aussagen einer Bekannten (österreichische Tierärztin) müsste das Verbot aber mindestens für F1 und F2 gelten.

    Interessant finde ich an der Verordnung, daß die private Haltung von Luchsen und einheimischen Wildkatzen unter Einhaltung der Vorschriften grundsätzlich erlaubt ist. Was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat, erschließt sich mir allerdings nicht. Zumal diese Tiere sicher nicht „händelbarer“ sind als Karakal oder Serval, eher weniger…

  • 21. Januar 2011 um 08:51
    Permalink

    Den Kommentar von Frau Schäfer finde ich sehr informativ und ich sehe hier auch Parallelen zur Caracat – auch wenn mancher so etwas nicht hören möchte. Es geht doch auch daraus hervor, dass der Karakal tatsächlich in Österreich verboten ist, da er doch eine afrikanische Kleinkatze ist. Wie kann Herr Rühl als Raubkatzenexperte, da so schlecht informiert sein und andere Schreiber diffamieren? Kalahari wird also unrechtmäßig ist Österreich gehalten, obwohl die Besitzer sich angeblich genauestens informiert haben?

    Da ich den Artikel über die Wolfshunde so interessant finde, habe ich einfach einmal den Link http://www.welt.de/print/wams/lifestyle/article11263559/Nur-Nr-3-duerfen-Sie-streicheln.html hier eingestellt. Sollte das nicht erwünscht sein oder gegen Regeln verstoßen, werden Sie, Frau Landwehr, diesen sicherlich einfach löschen.
    Anmerken möchte ich noch, dass man sich erzählt, dass die in dem Artikel genannte Verpaarung zwischen Husky und Wolfshund auch in Gießen stattgefunden haben soll. Wegen Ärger mit den Nachbarn sollen dann Mutter und Stiefsohn innerhalb Hessens umgezogen sein. Auch Anfeindungen mit Nachbarn und Mitbewohnern sind wohl somit bei der Haltung von Wildtieren und deren Hybriden zu berücksichtigen.

    Mir stellt sich auch im Zusammenhang mit der derzeitigen Modeerscheinung „Hybridzucht“ die Frage: „Muss der Mensch wirklich alles tun, was er tun kann? – meine ganz persönliche Antwort – ein klares NEIN!
    Das was wir Menschen geboten bekommen reicht aus – warum immer noch: Noch größer, noch gefährlicher…….. Haben bald nur noch ganz wenige Menschen soviel Selbstbewußtsein, dass ihnen eine „normale“ Katze oder ein „kniehoher“ Hund ausreichen? Wwarum profilieren sich so viele Menschen über die Tiere. Mir erklärt es sich meistens, wenn ich diese Menschen kennen lerne. Es sind fast immer armselige Kreaturen, die weder in der Familie noch im Beruf (wenn sie einen haben) Anerkennung erfahren haben und sich (veständlicherweise) auf anderen Wegen Bewunderung erhaschen wollen.
    Bei materiellen Dingen lasse ich es zu, aber sobald Lebewesen ins Spiel kommen ist Einhalt zu gebieten.

  • 27. Januar 2011 um 18:57
    Permalink

    Hybridzucht ist ein Verbrechen am Tier !!! Hier geht es nur um Profit !!! Mehr habe ich nicht zu sagen.A.Stötzer

  • 2. Februar 2011 um 09:12
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    Nachdem nun auch die Seite des IFWHC nicht mehr erreichbar ist, hat sich für mich persönlich nochmals bestätigt, dass dieses so genannte „Zuchtprojekt“ anscheinend keinen „A….. und keinen Kopf“ hat. Wäre ich ein „Fan“ der Caracat (Gott bewahre mich) und würde ich über ein normales Maß an Intelligenz verfügen, würde ich sofort Abstand von einem Kauf eines Tieres von diesen „Züchtern“ nehmen. Man predigt doch immer, Tiere nur bei seriösen Züchtern zu kaufen und das bedeutet für mich auch, bei Züchtern, die von ihrem Tun absolut überzeugt sind und vor allem auch wissen, was sie tun.
    Solche Vorgehensweisen wie sie hier geboten werden, sind für mich persönlich die Bestätigung, dass die Organisatoren dieses Projektes im Grunde überhaupt nicht wissen, was sie überhaupt wollen. Wer es nötig hat, am laufenden Band seine HP zu ändern, der war bei Erstellung derselben nicht wirklich überzeugt von dem was er plante. Ich kenne mich nicht aus mit Zuchtprojekten, weiß aber, bevor z. B. ein Bauprojekt (oder andere) an die Öffentlichkeit gehen, stehen alle Fakten und man hampelt nicht ständig herum.
    Man erzählt mittlerweile auch, dass El-Dorado sich distanziert habe – vielleicht sollten Sie, Frau Landwerth, hier einfach einmal bei der Zucht El Dorado anfragen, denn es dürfte doch auch für als Initiatorin dieses Artikels sehr interessant sein. Sollte das zutreffen, müssten ja die Kätzinnen wieder in Österreich sein und das „Zuchtprojekt“ wäre gestorben, denn es gab ja nach Aussage der El Dorado Zucht, keine anderen passenden MC für den Karakal. VG Sobolewski

  • 2. Februar 2011 um 20:06
    Permalink

    Hallo,

    wir haben Herrn Rühl und El-Dorado schon vor einiger Zeit bezüglich der Gerüchte über den Rückzug der Maine-Coon Züchter kontaktiert und gestern erneut eine Nachfrage aufgrund der aktuellen Abschaltung der IFWHC-Homepage gestellt. Wir haben bisher noch keine Antwort erhalten, bleiben am Thema dran und halten Sie auf dem Laufenden!

    Viele Grüße,

    Lena Landwerth

  • 3. Februar 2011 um 10:56
    Permalink

    Hallo Frau Landwerth,

    ich glaube nicht, dass Sie hierzu eine verbindliche Aussage erhalten werden. Dann hätte sich die Zucht El-Dorado auf der Homepage öffentlich dazu bekannt. Es wäre doch sinnvoller soviel Courage zu zeigen einen „Fehler“ einzugestehen, als sich still und leise zurückzuziehen. Meine Anerkennung zu diesem Schritt hätten sie, aber auch nur dann, wenn sie ihre Kätzinnen wieder bei sich aufgenommen hätten. Das bezweifle ich, denn warum erscheinen die Tiere nicht auf der HP? Haben sie das Zuchtprojekt überhaupt heil überstanden?

    Es ist auch schon wieder eine erneute Korrektur erfolgt: Es sollen aus dem Zuchtprojekt plöztlich keine CARACAT’s sondern KARAKAT’s hervorgehen. Na hoffentlich verwechseln die Interessenten diese nicht mit dem Karakatschan, einem bulgarischen Hirtenhund. Aber vielleicht bekommt das ungeborene Kind noch häufiger einen anderen Namen. Meine Meinung: „Seriös geht anders….. “ VG M.Sobolewski

  • 11. Februar 2011 um 20:39
    Permalink

    Liebe Leser,

    uns liegt aktuell eine Stellungnahme von Herrn Rühl vor, laut seiner Aussage wurde das Projekt nicht eingestellt, es steht aber eine Neustrukturierung des Vereins bevor.

    Viele Grüße,

    Lena Landwerth

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