Vorsorgeuntersuchungen (nicht nur) für Senioren

Gute Pflege und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen lassen Katzen immer älter werden. Gleichzeitig schleichen sich aber auch sogenannte „Zivilisationskrankheiten“ ein. Vorsorgeuntersuchungen helfen, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Wichtig sind sie aber nicht nur für Seniorenkatzen!

Regelmäßige Checkups können Lebenserwartung und Lebensqualität von Hauskatzen steigern. Foto: Shutterstock
Regelmäßige Checkups können Lebenserwartung und Lebensqualität von Hauskatzen steigern. Foto: Shutterstock
„Der Alterungsprozess beginnt bei Katzen mit etwa zehn Jahren“, erklärt eine Pressemitteilung des Bundesverband für Tiergesundheit e.V. Dennoch sind zehnjährige Fellnasen alles andere als alt! Die Tiermedizin hat in den letzten große Fortschritte gemacht, sodass Katzen heute ein deutlich längeres, glückliches Leben haben können. Darum ist es nicht verwunderlich, dass die Lebenserwartung ist in der Tendenz steigend ist – schon eine Studie der Veterinärklinik München aus den 90er Jahren belegte, dass sich die durchschnittliche Lebenszeit bei Katzen seit Mitte der 80er Jahre um rund drei Jahre erhöht hat.

Mit dem steigenden Alter schleichen sich natürliche Alterserscheinungen ein: Die Futteraufnahme wird aufgrund eines schlechter werdenden Gebisses schwieriger. Fitness und Sinneswahrnehmungen lassen nach. Eine reduzierte Leistungsfähigkeit machen vierbeinigen Senioren genau wie Herz- und Kreislaufprobleme zu schaffen. Auch Abnutzungserscheinungen des Bewegungsapparates gehören dazu, so ist Arthrose von Hüft- und Kniegelenken eine häufige Diagnose. „Ältere Katzen leiden zudem häufig an einer felinen Hyperthyreose, einer Überfunktion der Schilddrüse“, so der Bundesverband für Tiergesundheit. Betroffene Katzen seien bei der Diagnosestellung im Durchschnitt 13 Jahre alt. Doch auch jüngere Tiere ab einem Alter von vier Jahren können erkranken. „Unsere Katze wird halt alt“ – das sollten Katzenfreunde nicht als Entschuldigung dafür nehmen, im Zweifelsfall keinen Tierarzt zu Rate zu ziehen. „Natürlich verlangsamt sich der Stoffwechsel und die Aktivitäten gehen zurück, aber in sehr vielen Fällen liegt dem auffälligen Verhalten der Katze eine Erkrankung zugrunde“, schreibt auch Tierarzt Michael Streicher in seinem Buch „Katzensenioren„.

Egal, ob klassische Alterserkrankungen oder verschleppte Krankheiten aus Jugendzeiten: Wollen Tierhalter sicher gehen, sollten sie ihre Katze regelmäßig dem Tierarzt vorstellen. Grundsätzlich gilt: Vorsorgeuntersuchungen sollten nicht nur bei Senioren erfolgen – sie werden aber umso wichtiger, je mehr Jahre die Fellnase auf dem Buckel hat. Im Alter wird des jährliche Checkup immer wichtiger. Dies gilt vor allem auch für übergewichtige und Risikopatienten und auch für plötzlich verhaltensauffällige Katzen. „Häufig sind Verhaltensauffälligkeiten nicht ausschließlich auf das Alter zurückzuführen, sondern Symptom einer Krankheit“, stellt auch Dr. Michael Streicher heraus. „Diese kann im Idealfall bei rechtzeitiger Entdeckung erfolgreich therapiert werden.“

Ein Alterscheck kann je nach vorkommenden Beschwerden folgende Bereiche umfassen:
● Allgemeine klinische Untersuchung des Tieres mit Gewichtsbestimmung
● Blutuntersuchung (am nüchternen Tier): Gesundheitsprofil evtl. mit Hormonuntersuchung
● Harnuntersuchung, möglichst aus frischem Morgenurin
● Blutdruckmessung
● weiterführende Untersuchungen wie EKG, Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung

In den meisten Fällen muss sich die Mieze aber nur einer kurzen Tastuntersuchung und einem Blick ins Maul unterziehen. „Schlimmer als dieses kurze Prozedere ist die Autofahrt, die Katzen oft großen Stress bereitet“, stellt Tierarzt Michael Streicher heraus. „Je kürzer der Anfahrtsweg, umso besser – suchen Sie deshalb möglichst eine Tierarztpraxis in der Nähe aus.“

Für verantwortungsvolle Katzenhalter, die schon vor Eintritt des Seniorenalters auf eine gesunde Ernährung, eine artgerechte Haltung und eine regelmäßige Vorstellung beim Haustierarzt geachtet haben, ändert sich nicht viel. Denn: „Wer seine Katze so gut umsorgt und gesundheitlich fit hält, schafft beste Vorraussetzungen, ihr einen unbeschwerten Lebensabend zu bescheren“, so Sabrina Schüller vom Bundesverband.

Zum Weiterlesen:
Altersbedingte Krankheiten bei Hund und Katze
Artikel Verhaltensmedizin
Diabetes bei der Katze
Schmerz bei der Katze erkennen

Buchempfehlungen:
Wenn Katzen älter werden – Susanne Vorbrich, Cadmos Verlag
Katzensenioren – Michael Streicher, Cadmos Verlag
Lauter reizende … alte Katzen!: Krankheiten, Verhalten und Pflege – Sabine Schroll, BOD

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