Neuer Test für Chronische Niereninsuffizienz

Chronische Niereninsuffizienz ist eine häufige Todesursachen älterer Katzen. Das Problem: Oft wird die Krankheit erst entdeckt, wenn die Nieren irreparabel geschädigt sind. Ein neuer Test gibt Haltern betroffener Katzen nun frühzeitig Anhaltspunkte.

Von Lena Landwerth

Ein neuer Test kann Chronisches Nierenversagen frühzeitig erkennen. Foto: Shutterstock
Ein neuer Test kann Chronisches Nierenversagen frühzeitig erkennen. Foto: Shutterstock
Chronische Niereninsuffizienz, auch Chronisches Nierenversagen oder Chronic Kidney Disease (CKD) genannt, ist auf dem Vormarsch. Laut der US-Tierklinik „Banfield Hospital“ hat die Anzahl der Fälle zwischen 2007 und 2011 um 15 Prozent zugenommen. Die Dunkelziffer wird noch höher sein, denn viele Katzenhalter und Tierärzte erkennen Durchfall, Gewichtsverlust und Erbrechen von älteren Katzen nicht als erste Anzeichen der Krankheit. Bisher wurde Chronische Niereninsuffizienz anhand eines Blutbildes und einer Eiweißbestimmung im Urin diagnostiziert. Das Problem dabei: Sobald das Blutbild unter anderem durch ein Ansteigen von Kreatnin eindeutig ist, ist schon ein Großteil der Nieren geschädigt – meistens um 75 Prozent. Oft ist dies auch der Zeitpunkt, in dem die oft ältere Katze „offensichtliche“ Anzeichen einer Erkrankung zeigt.

Ein neuer, sensiblerer Test soll Katzenhaltern nun frühzeitige Anhaltspunkte für eine Chronische Niereninsuffizienz geben – bevor die Katzen die ersten Anzeigen zeigt. „Symmetric dimethylarginine“ oder „SDMA“ ist schon bei nur 40 Prozent Einbußen der Nierenfunktion aussagekräftig. Zu diesem Zeitpunkt kann die Katze ein normales Leben ohne Einschränkungen leben, könne aber bei Bedarf in regelmäßigeren Abständen vom Tierarzt untersucht und gegebenenfalls behandelt werden, so Dr. Susan Little, Präsidentin der Amerikanischen Association of Feline Practicioners. Wichtig ist, den Test frühzeitig durchzuführen – bevor die Katze Anzeichen zeigt. Interessant wäre beispielsweise eine Routineuntersuchung ab einem Alter von acht, neun Jahren. Sobald der SDMA Test Veränderungen der Nierenfunktion anzeigt, sollten Katzenhalter „ihre Katze anhalten, mehr zu trinken – zum Beispiel mit Hilfe eines Trinkbrunnens“, so Tierärztin Little. Aufgrund des höheren Feuchtigkeitsgehaltes empfiehlt sie auch Nassnahrung statt Trockenfutter.

Wie funktioniert der Test?
Symmetrical dimethylarginine (SDMA) ist ein strukturelles Isomer derendogenen Nitritoxic Synthase. Neuste Studien zeigen eine direkte Korrelation zwischen SDMA und glomeruläre Filtrationsrate. Das Unternehmen IDEXX, das Labortests für den tierärztlichen Gebrauch produziert, erklärt die Wirkungsweise des Tests wie folgt: SDMA sei ein Biomarker für Nierenfunktion – die methylisierte Form der Aminosäure Arginin wird exklusiv von der Niere verstoffwechselt. Ihr Gehalt im Blut lasse so direkt auf die glomeruläre Filtratiosnrate schließen. SDMA werde zudem nicht beeinflusst vom Body Maß Index untergewichtiger Katzen und Hunde und sei darum ein zuverlässiger Faktor zur Untersuchung der Nierenfunktion. Im Gegensatz hierzu werde der bisher gemessene Anteil an Kreatnin von vielen Erkrankungen, unter anderem Leber- und Herzerkrankungen und Cushing-Syndrom, beeinflusst.

Das Unternehmen hatte 2012 von einem neuen Test zum Feststellen von Nierenerkrankungen berichtet. Eine 2014 veröffentlichte Studie stützte die Angaben des Unternehmens.

Quellen:
Artikel: „This new veterinary test could save your pets life“
Informationen zu CNI (deutschsprachig)
Relationship between serum symmetric dimethylarginine concentration and glomerular filtration rate in cats – Abstrakt
Relationship between Serum Symmetric Dimethylarginine Concentration and Glomerular Filtration Rate in Cats: Kompletter Forschungstext
Information des Forschungsinstitutes der Firma IDEXX zu SDMA (englischsprachig)
Weitere Informationen zur Wirkungsweise des SDMA-Tests (englischsprachig)

katzenseniorenZum Weiterlesen:
Stammzellentherapie soll nierenkranken Katzen helfen
Diabetes – Zivilisationskrankheit der Katze
Wo hört Tierliebe auf?

Buchempfehlung:
Streicher, Dr., Michael: Katzensenioren
Rezension unserer Leser: „Katzensenioren“ von Dr. Michael Streicher
Buchbesprechung der Redaktion: „Katzensenioren“ von Dr. Michael Streicher

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anti-Spam Quiz: